V.
Louisiana unter Crozat. 1712—1717.
D'Artag'uette erlebte noch die schwere Hungersnot, welche die Kolonie 1710 und 1711 heimsuchte und Bienville zwang, seine Soldaten unter die befreundeten Indianer zu verteilen und von diesen unterhalten zu lassen. Seine Berichte lauteten deshalb auch auf die Dauer ungünstig, und nach seiner Eückkehr beschloß die heimatliche Regierung, die unter den Folgen des verlustreichen, spanischen Erbfolgekrieges schwer zu leiden hatte, die Förderung der Kolonie, die ihr bisher nichts als Unkosten und Sorgen verursacht hatte, auf einem anderen Wege zu versuchen. Auch hatte man sich überzeugen müssen, daß die Haltung der spanischen Regierung in allen Handelsangelegenheiten trotz vorübergehender Zugeständnisse ablehnend blieb. Als daher mit dem unglücklichen Verlaufe des Krieges die Hoffnungen schwanden, zu einer bevorrechtigten Stellung in den spanischen Kolonien zu gelangen, ließ man auch den Gedanken des Freihandels fallen, den man ja einige Zeit ventiliert hatte, von dessen praktischer Durchführung aber im Zeitalter des Merkantilismus wohl überhaupt nicht die Rede sein konnte. Man ging wieder zu dem alten Systeme der Monopolverleihung über, denn nur mit Hilfe dieses Lockmittels konnte man hoffen das private Kapital zu Leistungen auf kolonialem Gebiete heranzuziehen. Dies blieb auch der einzige Weg, die Kolonie, die man aus politischen Gründen nicht aufgeben wollte, zu behaupten, ohne die Lasten für ihre Verwaltung länger zu tragen. Zur Grün-