Teil eines Werkes 
Teil 1 (1909) Die Karte / mit einem Beitr. von Bernhard Struck
Entstehung
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Ich erwähnte schon bei der Beschreibung der mitgeführten Instrumente, daß mit dem Fortinschen Quecksilberbarometer möglichst täglich um 7 a, 2 p und 9 p beobachtet wurde, gleichzeitig mit einem Assmannschen Aspirationsthermometer. In der Regel wurden dann die Aneroide abgelesen und es folgte die Feststellung der übrigen meteorologi­schen Elemente. Einmal war auch ein Thermo­graph in dem einen Standlager in Tätigkeit. Viel wichtiger wäre ein Barograph gewesen. Bei einer künftigen Expedition möchte ich ihn nicht ver­missen. Ein Modell in der Größe des kleinen Richardschen genügt durchaus.

Wenn bei irgend welchen Besteigungen, so am Kilimandjaro, unser ganzes Lager mitging, nahmen wir auch den Fortin mit. Da, wo man sich auf ein ganz geringes Maß des Mitzuführenden beschränken mußte, wurde nur das Siedethermometer in den Rucksack gesteckt.

Nur in ganz wenigen Fällen beschränkten wir uns hei Besteigungen auf die Mitnahme des oder der Aneroide. Die hierbei sich ergebende Unsicherheit der Höhenmessungen konnte dadurch verringert werden, daß die Eigenheiten im Gang der Aneroide von andern vorhergehenden und nachfolgenden Be­steigungen einigermaßen bekannt waren.

Während des Marsches wurde meist bloß ein Aneroid abgelesen, nur an besonders markanten Punkten zwei. Da, wo wir eine Route zweimal begingen, wurden beim Rückweg mit einer Revision der auf dem Hinweg ausgeführten Aufnahme er­neute Aneroidablesungen verbunden. Die aus den beiden Reihen berechneten Höhenzahlen stimmen meist gut überein.

d. Geologische Aufnahme.

Die geologische Arbeit bestand zunächst in Ein­tragungen auf der Routenaufnahme, in der Mes­

sung einzelner Erscheinungen und ihrer Skizzierung, sowie in der Sammlung von Gesteinsproben. Wenn irgend möglich, wurden die Handstücke gleich an Ort und Stelle formiert und etikettiert. Manchmal forderte es der Mangel an Zeit, daß einem Alaun des persönlichen Gefolges ein größeres losge­sprengtes Stück aufgepackt wurde, um es erst im Lager zu verkleinern. Auch die endgültigen Be­gleitzettel sind häufig erst am Abend des Sammel­tages geschrieben worden. Ich pflegte sie zusam­mengelegt in einen Zipfel des Einwickelpapiers ein­zuschlagen. Dieser Zipfel kam dann zunächst auf das Gesteinsstück zu liegen. So habe ich selten Be­schädigungen, fast nie Verluste von Zetteln zu be­klagen gehabt. Die gesammelten Gesteine, meist zusammengepackt mit Teilen der Pflanzensamm­lung, um die Kisten 1 ) nicht allzu schwer zu machen, wurden, sobald sich eine Gelegenheit bot, nach Aruscha und Moschi zurückgesandt. Der kost­spielige Nachschub von Cerealien für unsere Leute machte das häufig möglich.

9 In Ostafrika benutzt man für die Landreisc die leichten Holzkisten, in denen zu je zweien die etwa 20 1 Petroleum haltenden kantigen Blechgefäße,Petroleumtins genannt, aus den Vereinigten Staaten importiert werden. Man versieht sie mit Scharnier und Schloß und einigen Verstärkungsleistcn. Um sie als Sammlungskisten benutzen zu können, hatte ich mir von indischen Handwerkern in jede Kiste einen Einsatz aus starkem Zinkblech einpassen lassen, der von einem eben­falls eingepaßten, allseits über den Einsatz übergreifenden, an zwei Ringen abhebbaren Deckel geschlossen wurde. Außer­dem ließ ich die Kisten mit weißer Ölfarbe anstreichen, zum Schutz gegen die Feuchtigkeit und Hitze, den Boden mit Carbolineum wegen der Termiten. Ich kann diese Einrichtung, die für jede Kiste etwa 6 Mk. kostete, nur dringend empfehlen. Solche Kisten ersetzen für viele Zwecke völlig auch die eigent­lichen Blechkoffer. Der Inhalt einer Kiste ist etwa a / 3 des­jenigen des üblichen Blechkoffermodells; danach ist die Kiste für schwerere Gegenstände besser geeignet als der Koffer. Denn die Trägerlast soll 30 kg nicht übersteigen.

Kapitel V.

Die Konstruktion der Karte.

U rkonstruktion.

Um mit der Kartenkonstruktion möglichst schnell vorwärts zu kommen, hatte ich bereits im Jahre 1905 in Daressalam zusammen mit Ingenieur J. Friedrich fast alle Routen der Expedition konstruiert. Leider konnte das kartographische Institut von D. Reimer ( E. V o h s e n ) diese

Vorarbeiten nur wenig benutzen; denn wir halten die Routen zunächst ganz ohne Rücksicht auf die Peilungen nach den benachbarten Objekten kon­struiert und hierauf erst begonnen, Fernpeilungen einzutragen, um die Umgebung des Weges zu kon­struieren. Das zweifellos viel richtigere Verfahren von M. M o i s e 1 und P. S p r i g a d e besteht darin,

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