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Ich erwähnte schon bei der Beschreibung der mitgeführten Instrumente, daß mit dem Fortinschen Quecksilberbarometer möglichst täglich um 7 a, 2 p und 9 p beobachtet wurde, gleichzeitig mit einem Assmannschen Aspirationsthermometer. In der Regel wurden dann die Aneroide abgelesen und es folgte die Feststellung der übrigen meteorologischen Elemente. Einmal war auch ein Thermograph in dem einen Standlager in Tätigkeit. Viel wichtiger wäre ein Barograph gewesen. Bei einer künftigen Expedition möchte ich ihn nicht vermissen. Ein Modell in der Größe des kleinen Richardschen genügt durchaus.
Wenn bei irgend welchen Besteigungen, so am Kilimandjaro, unser ganzes Lager mitging, nahmen wir auch den Fortin mit. Da, wo man sich auf ein ganz geringes Maß des Mitzuführenden beschränken mußte, wurde nur das Siedethermometer in den Rucksack gesteckt.
Nur in ganz wenigen Fällen beschränkten wir uns hei Besteigungen auf die Mitnahme des oder der Aneroide. Die hierbei sich ergebende Unsicherheit der Höhenmessungen konnte dadurch verringert werden, daß die Eigenheiten im Gang der Aneroide von andern vorhergehenden und nachfolgenden Besteigungen einigermaßen bekannt waren.
Während des Marsches wurde meist bloß ein Aneroid abgelesen, nur an besonders markanten Punkten zwei. Da, wo wir eine Route zweimal begingen, wurden beim Rückweg mit einer Revision der auf dem Hinweg ausgeführten Aufnahme erneute Aneroidablesungen verbunden. Die aus den beiden Reihen berechneten Höhenzahlen stimmen meist gut überein.
d. Geologische Aufnahme.
Die geologische Arbeit bestand zunächst in Eintragungen auf der Routenaufnahme, in der Mes
sung einzelner Erscheinungen und ihrer Skizzierung, sowie in der Sammlung von Gesteinsproben. Wenn irgend möglich, wurden die Handstücke gleich an Ort und Stelle formiert und etikettiert. Manchmal forderte es der Mangel an Zeit, daß einem Alaun des persönlichen Gefolges ein größeres losgesprengtes Stück aufgepackt wurde, um es erst im Lager zu verkleinern. Auch die endgültigen Begleitzettel sind häufig erst am Abend des Sammeltages geschrieben worden. Ich pflegte sie zusammengelegt in einen Zipfel des Einwickelpapiers einzuschlagen. Dieser Zipfel kam dann zunächst auf das Gesteinsstück zu liegen. So habe ich selten Beschädigungen, fast nie Verluste von Zetteln zu beklagen gehabt. Die gesammelten Gesteine, meist zusammengepackt mit Teilen der Pflanzensammlung, um die Kisten 1 ) nicht allzu schwer zu machen, wurden, sobald sich eine Gelegenheit bot, nach Aruscha und Moschi zurückgesandt. Der kostspielige Nachschub von Cerealien für unsere Leute machte das häufig möglich.
9 In Ostafrika benutzt man für die Landreisc die leichten Holzkisten, in denen zu je zweien die etwa 20 1 Petroleum haltenden kantigen Blechgefäße, „Petroleumtins“ genannt, aus den Vereinigten Staaten importiert werden. Man versieht sie mit Scharnier und Schloß und einigen Verstärkungsleistcn. Um sie als Sammlungskisten benutzen zu können, hatte ich mir von indischen Handwerkern in jede Kiste einen Einsatz aus starkem Zinkblech einpassen lassen, der von einem ebenfalls eingepaßten, allseits über den Einsatz übergreifenden, an zwei Ringen abhebbaren Deckel geschlossen wurde. Außerdem ließ ich die Kisten mit weißer Ölfarbe anstreichen, zum Schutz gegen die Feuchtigkeit und Hitze, den Boden mit Carbolineum wegen der Termiten. Ich kann diese Einrichtung, die für jede Kiste etwa 6 Mk. kostete, nur dringend empfehlen. Solche Kisten ersetzen für viele Zwecke völlig auch die eigentlichen Blechkoffer. Der Inhalt einer Kiste ist etwa a / 3 desjenigen des üblichen Blechkoffermodells; danach ist die Kiste für schwerere Gegenstände besser geeignet als der Koffer. Denn die Trägerlast soll 30 kg nicht übersteigen.
Kapitel V.
Die Konstruktion der Karte.
U rkonstruktion.
Um mit der Kartenkonstruktion möglichst schnell vorwärts zu kommen, hatte ich bereits im Jahre 1905 in Daressalam zusammen mit Ingenieur J. Friedrich fast alle Routen der Expedition konstruiert. Leider konnte das kartographische Institut von D. Reimer ( E. V o h s e n ) diese
Vorarbeiten nur wenig benutzen; denn wir halten die Routen zunächst ganz ohne Rücksicht auf die Peilungen nach den benachbarten Objekten konstruiert und hierauf erst begonnen, Fernpeilungen einzutragen, um die Umgebung des Weges zu konstruieren. Das zweifellos viel richtigere Verfahren von M. M o i s e 1 und P. S p r i g a d e besteht darin,
7.