Teil eines Werkes 
Teil 1 (1909) Die Karte / mit einem Beitr. von Bernhard Struck
Entstehung
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Kapitel I.

Ältere veröffentlichte Karten des Gebietes und die Expeditionen, denen wir sie

verdanken.

V. d. Decken Sadebeck. j

Es ist unnötig, bei der Besprechung der älteren j Karten des Gebietes weit zurückzugreifen. 1 ) Die i Karte Al. Sadebecks vom Jahre 1879, die die 1 topographischen und geologischen Ergebnisse der Reisen v. d. Deekens und früherer Forscher zu­sammengefaßt darstellt, 2 ) war ein sehr beachtens­werter Versuch. Heute findet man sich in den Zügen dieses Kartenbildes nur mit Mühe zurecht.

Fischer Friederichsen.

Viel neues topographisches Material hat Dr.

G. A. F i s c h e r von der Reise, die er 1882 bis 1883 durch das Masailand unternahm, mitgebracht. 3 )

Er war der erste Europäer, der in das Land der Masai eindrang, der erste, der die Gegend vom Meru und Oldoinjo Lengai bis zum Naivasha besuchte. 1 Von Engaruka bis Inguruman ist unsere Karawane denselben Weg gezogen wie die seine. Dr. i L. Friederichsen hat Fischers Aufnahmen | zu einer Karte verarbeitet. Sie war für die Zeich- I nung des Landes zwischen dem Nordende des Ma- gad und dem Nordende des LawajaMweri bis vor wenigen Jahren die einzige Grundlage, da gerade dies Gebiet lange nicht wieder besucht wurde.

9 Sehr weit geht Dr. B. Hassenstein zurück in den Bemerkungen zur Vier-Blatt-Karte, dem V. Kap. der kartogra­phischen Ergebnisse der Masai-Expedition von Dr. O. Bau­mann. Petermanns Ergänzungsheft Nr. in. Gotha 1894. Seine umfassende Literaturangaben beziehen sich allerdings nur zum kleinsten Teil auf das hier behandelte Gebiet.

2 ) Baron Claus von der Deekens Reisen in Ostafrika.

Bd. 3, Abt. 3. Hiervon ein Teil: Al. Sadebecks Geologie von Ostafrika, II. Geologie des Äquatorial-Gebietes. Leipzig 1869. Mit Karte in 1:7 500 000. j

3 ) A. Fischer, Bericht über die im Aufträge der Geo­graphischen Gesellschaft in Hamburg unternommene Reise in das Massailand. Drei Teile. In Mitteilungen der Geographi­schen Gesellschaft in Hamburg 1882/83, S. 36 bis 99, 189 bis 279. Mit Karte in 1: 1 500 000.

Mancher Zug des Landes ist auf der Karte erfreulich genau wiedergegeben. Andere Punkte freilich, ins­besondere die Darstellung etwas entfernterer Ob­jekte, lassen vielfach Mängel in der Beobachtung erkennen. Hier ist es ebenso wie im Text auffallend, wie wenig Eindruck auf den Reisenden die gewal­tigen Steilabfälle gemacht haben, zumal die nördlich von i° 15' s. Br., wo der grabenartige Querschnitt des Gebietes so scharf hervortritt.

Die Höhenangaben der Karte längs des Reise­weges, mit Hilfe eines Aneroids gemessen, das durch ein Kochthermometer kontrolliert wurde, sind merk­würdig richtig. Weit weniger glücklich sind die Schätzungen der Höhe benachbarter Berggipfel. Beispielsweise ist der Gelei mit 4200 m fast doppelt so hoch wie der Oldoinjo Lengai mit 2150 m ange­nommen. In Wirklichkeit ist der erstere noch nicht 100 m höher.

Dr. L. Friederichsen hat in dankenswerter Weise seine Originalkonstruktionen der Aufnahmen Fischers zur Einsicht übersandt. Wir haben daraus in unsere Karte einen Zug übernommen: die südliche Hälfte der als Matiom-Gebirge bezeich- neten Erhebung, die nördlich vom Ketumbeine, öst­lich vom Gelei liegt. Eine genaue Eintragung der Routen Fischers in unsere Karte war nicht möglich, da das Maß an topographischen Einzel­heiten allzu verschieden ist.

Thomson.

Die Reise J. T h o m s o n s ') im Jahre 1883/84 über den Kilimandjaro zum Victoriasee berührt unser Arbeitsgebiet nur in der Nähe des Kili­mandjaro, kommt also für die hier beigegebene Karte nicht direkt in Betracht. Thomsons

J Jos. Thomson, Through Masailand, London 1885. Mit topographischer Karte in 1 : 1 462 500 und geologischer in 1 : 2 457 000.