Teil eines Werkes 
Teil 1 (1909) Die Karte / mit einem Beitr. von Bernhard Struck
Entstehung
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Vorwort

Seit die Beobachtungen ausgeführt wurden, deren Ergebnisse ich hier vorzulegen beginne, sind nun bald fünf Jahre verflossen, eine lange Zeit. Ich kehrte erst Sommer 1906 von Ostafrika zurück. Eher war es mir nicht möglich, mit der Ausarbeitung zu beginnen. Denn derartiger wissenschaftlicher Tätig­keit stellen sich draußen in den Tropen große Schwierigkeiten entgegen. Ich erinnere nur an alles das, was zur Herstellung einer Karte erforderlich ist, und an die nötige Literatur. Ganz abgesehen davon, daß meine dienstliche Tätigkeit in Dares­salam mir nicht die nötige Zeit ließ. Seit Herbst 1906 bin ich mit dem auf meinen Reisen gesam­melten Material beschäftigt. Die Zeit, die für die Herstellung der Karte, die ich hier bringe, nötig sein würde, hatte ich stark unterschätzt. Und daß der Text nicht eher fertig wird, liegt daran, daß die mit dem Dezember 1906 einsetzende koloniale Hoch­flut an jeden, der eine Reihe von Jahren draußen tätig war, die mannigfachsten Anforderungen stellte, deren Berechtigung sich nicht von der Hand weisen ließ.

Der Herausgabe der Karte und ihres Begleit­wortes soll bald ein zweiter, heute zur Hälfte fertig­gestellter Teil folgen, der die Oberflächenformen und den Aufbau des Gebietes behandelt. Wenn ich ihn von dem dritten Teil, der zusammenfassende,

landeskundliche Bilder der einzelnen Gegenden, also auch ihre wirtschaftsgeographischen Verhältnisse, bringen soll, trenne, so geschieht es deshalb, weil gerade unser Forschungsgebiet eine sehr eingehende Darstellung der Formen und ihrer Entstehung ver- j langt, und weil diese Fragen unsere Expedition be­sonders lebhaft beschäftigt haben.

! Es ist mir lieb, daß die Veröffentlichung der Er- gebnisse dieser Reise auch mir die Gelegenheit ! geben wird, an einem praktischen Beispiel zu zeigen,

| nach wie vielen Richtungen der selbständige geo- ' graphische Forschungsreisende sich draußen intensiv ; betätigen sollte. Daß er sich bei der Verarbeitung ! des gesammelten Materials in der Heimat an tüch- j tige Mitarbeiter zu wenden hat, ist selbstverständ­lich. Ich werde ihrer da gedenken, wo ich die Er­gebnisse ihrer Mitwirkung schildere. Hier nenne ich nur, wie schon an anderen Stellen, noch einmal mit herzlichem Dank die drei Freunde, die so be­sonders zu dem Gelingen der Expedition beitrugen: Theodor Gunzert, Fritz Jaeger, Otto ! Winter.

!

j Friedenau bei Berlin,

| den 13. September 1909.

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Carl Uhlig.