Teil eines Werkes 
Teil 1 (1909) Die Karte / mit einem Beitr. von Bernhard Struck
Entstehung
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tracht, war aber für die Höhen maßgebend. Neben diesen beiden Quellen ist für dies Gebiet noch eine andere neuere Routenaufnahme, die des Sergeanten J. Jaster, benutzt worden, der hier im Februar und März 1908 reiste. Nördlich des Oldoinjo Ivisale verläuft sein Weg etwa 3 km westlich von dem, den v. P r i 11 w i t z einschlug.

Methner.

Regierungsrat W. Met h n e r hat während seiner Tätigkeit als Bezirksamtmann von Moschi diesen Bezirk eingehend bereist und dabei auch eine Menge geographisch interessanter Feststellungen und Aufnahmen gemacht, die noch sämtlich unver­öffentlicht sind. Ich bin meinem Freunde Meth­ner dankbar dafür, daß er mir seine Skizze des Ela- nairobi-Kraters und eine Route, die er Ende Oktober 1907 von Ngorongoro südwärts nach Iraku reisend aufnahm, überließ. Nach ersterer ist der Boden jenes Kraters auf unserer Karte gezeichnet, durch letztere konnte eine Lücke ausgefüllt werden, die etwa 10 km südlich von Ngorongoro beginnend, 15 km weiter südwärts reichte.

Jaeger.

Der im Vorwort und in der Einleitung genannte Dr. F. Jaeger hat von seiner im Auftrag des jetzigen Reichs-Kolonial-Amts 1906/07 unternom­menen Expedition ungemein wertvolles topo­graphisches Material heimgebracht, das beste aus den Gebieten, die sich unmittelbar westwärts an die Ostafrikanische Bruchstufe anschließen, von der Breite des Oldoinjo Lengai bis über den Südrand unserer Karte hinaus. Durch seine Aufnahmen wurden die Ergebnisse der von mir im Winter- Hochland, von lv o h 1 s c h ii 11 e r in Mburu aus­geführten in vielen Einzelheiten ergänzt und ver­bessert; völlig verändert wird das Bild der übrigen am Westrand unserer Karte gelegenen Gebiete. Züge aus einer Karte, deren Konstruktion sich der Vollendung nähert, in unsere zu übernehmen, schien mir nicht angezeigt. Es wäre sonst zu schwer ge­worden, die einzelnen Quellen zu unterscheiden, und überdies wäre der durch Jaeger erzielte Fort­schritt weniger klar hervorgetreten.

Kapitel 111.

Die Instrumente zu unseren Aufnahmen.

Die Instrumentenreserve des Kaiserlichen Gou­vernements in Daressalam, sowie die damals von mir verwaltete Meteorologische Hauptstation hatten unserer Expedition das meiste unseres reichlichen Instrumentariums geliefert. Die Aufführung aller Instrumente ist nötig, um eine klare Vorstellung von den in den folgenden Kapiteln erörterten, Arbeiten zu vermitteln. Überdies ist es auf diese Weise möglich, einige praktische Winke zu geben.

1. Ein kleiner Hildebrandscher Theodolit, Nr. 2087, mit Umsetzniveau. Der Nonius des Höhenkreises war von 30" zu 30" geteilt, der des Horizontalkreises in ganze Minuten. Das Holz- kistchen des Instruments war in einem stark ge­polsterten, kleinen Lederkoffer untergebracht. Da­zu gehörte ein Holzstativ mit Nickelbändern und -Schrauben, zusammen eine halbe Last. Die Pars­werte der Niveaus wurden wiederholt unterwegs be­stimmt. Ich habe das kleine Instrument immer mehr schätzen gelernt. Es ist für Landreisen in den Tropen ausgezeichnet geeignet. Für die Zeit-, Breiten- und Azimutbestimmungen genügte es völlig. Selbst zum Nivellieren eignet es sich leidlich.

2. Ein Hechelmannsches e r d m a g 11 e ti­sch e s Universalinstrument, Nr. 686. Es war dasselbe Instrument, was 1869/70 die deutsche Nordpolarexpedition mitgemacht hatte und später von meinem Vorgänger Dr. FI. Maurer zu dessen zahlreichen erdmagnetischen Bestimmungen an vielen Stellen Deutsch-Ostafrikas verwandt worden war. Das Instrument hatte Ablenkungs­schiene mit zwei Magneten und zugehöriger Schwin­gungsvorrichtung, sowie ein Inclinatorium. Die Konstanten des Instrumentes waren zuletzt im Herbst 1903 in Wilhelmshaven auf dem Kaiserlichen Observatorium bestimmt worden. Ein Nachteil des Instruments war es, daß man bei Azimutbestimmun­gen das Hildebrandsche Instrument zu Hilfe nehmen mußte. Der starke Holzkasten des Instru­ments wurde zum Transport in dichte Matten ein­geschnürt, das mit Messingteilen versehene Holz­stativ daraufgebunden, was zusammen eine Träger­last ergab.

3. Ein Bussolen - Instrument von I R e i s s , Nr. 2859. Der Kompaßkreis, der 10 cm

i Durchmesser hatte, war in halbe Grade geteilt. Das

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