Teil eines Werkes 
Teil 1 (1909) Die Karte / mit einem Beitr. von Bernhard Struck
Entstehung
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und seiner Nachbargebiete beigegeben. Sie greift auch in die Gegend der Ostafrikanischen Bruchstufe hinüber. Die Mängel der alten topographischen Grundlagen beeinflussen natürlich auch den Verlauf der tektonischen Linien. Interessant ist es aber, daß zwischen 2° 50' und 4 0 s. Br. keine Linie eingetragen ist, die denGroßen Ostafrikanischen Graben nach Osten zu begrenzt, sehr mit Recht.

Dantz.

In den Jahren 1898 bis 1900 hat C. D a 111 z seine geologischen Forschungsreisen durch Deutsch-Ost- afrika ausgeführt. * 1 ) Wenn er auch unser Gebiet

9 Die Reisen des Bergassessors Dr. Dantz in Deutsch- Ostafrika in den Jahren 1898 bis 1900. Danckelmans Mit­teilungen aus den Deutschen Schutzgebieten, Jahrg. XV und XVI. Berlin 1902 und 1903. Dazu einige vorläufige Berichte

nicht berührte und nur weit von Süden her die große Bruchstufe von der Landschaft Unjanganja (etwa unter 5 0 s. Br.) aus bis zum Ngurue-Vulkan hin liegen sah, werde ich doch auf seine Beobachtungen, die auch zu einer Karte verarbeitet sind, einzugehen haben. Entgegen der Auffassung, die ich vertreten werde, spricht er verschiedentlich von einer Fort­setzung des Großen Ostafrikanischen Grabens bis zum Njassa hin, allerdings schon mit dem Zusatz, daß er nordostwärts vom Tal des oberen Ruaha, das er für einen Teil des genannten Grabens anspricht, keinen östlichen Grabenrand feststellen konnte.

in den beiden vorhergehenden Jahrgängen dieser Zeitschrift. Die sehr wichtige Karte ist Nr. 2 des XVI. Jahrg.: »Übersicht der geologischen Ergebnisse der Reisen der Bergassessoren Bornhardt und Dantz in Deutsch-Ostafrika 1895 bis 1900.« In 1:2000000. Mit tektonischen Linien.

Kapitel II.

Fremdes unveröffentlichtes oder nur teilweise veröffentlichtes Kartenmaterial.

Viel wertvolles, unveröffentlichtes Karten­material aus unserem Gebiet hat mir das Karto­graphische Institut von D. R e i m e r (E. V ohsen) zugänglich gemacht. Es gab mir zunächst schon 1903 die Kopie einer etwa in 1: 200 000 gehaltenen Karte eines Teils des Gebietes, das ich bereisen wollte, mit. Die Karte war eine Reduktion der in 1:50 000 ausgeführten Originalkonstruktionen v. Trothas.

v. Trotha.

Exzellenz, damals Oberstleutnant Th. v. Tro­tha hatte im Jahre 1896 seine Expedition durch das Innere Deutsch-Ostafrikas über Kilimandjaro, Meru und Magad nach dem Victoriasee geführt. 1 ) Zwischen dem Meru und dem Nordende des Magad benutzte er mit geringen Abweichungen denselben Weg, wie vor ihm Fischer, denselben, den ein halbes Jahr darauf die Expedition Schoellers beging. Er ist im vorigen Kapitel dargelegt. Diese Aufnahmen v. Trothas zeigen erhebliches Ge­schick in der Erfassung des Terrains. Insbesondere fand ich, daß er das Verhältnis der verschiedenen Formen zueinander nach Lage und Höhe besser ge­troffen hatte als viele andere. Es war das brauch­barste Material, was es für die Gegend gab. Die

x ) v. Trotha, Meine Bereisung von Deutsch-Ostafrika. Vortrag, gehalten in der Gesellschaft für Erdkunde am 12. Juni 1897. Berlin. B. Brigl. 1897. (Ohne Karte.)

Zeichnung der von uns nicht begangenen 40 km Weges zwischen Nairascharascha am Südfuß des Mondul und dem Engaruka-Becken habe ich v. Trothas Konstruktionen entlehnt.

Anderes unveröffentlichtes Material aus dem Gebiet ist mir erst im Verlauf der letzten drei Jahre gelegentlich der Verarbeitung unseres Materials im Reimerschen Institut bekannt geworden.

Widenmann.

Im Juli 1895 hat der damalige Stabsarzt Dr. A. W i d e n m a n n von Moschi aus eine Ex­pedition unternommen, auf der er die Gegend südlich des Meru und des Mondul und auch die dem letz­teren vorgelagerte Hochfläche aufnahm, die auf unserer Karte den von T r o t h a erkundeten Namen Musania trägt. Widenmann konstruierte dann selbst eine Kartenskizze der Reise in 1: 300 000, die auf dem amtlichen Wege in die Materialsammlung des D. Reimerschen Instituts gelangte. Die Original-Routenaufnahme ist verloren gegangen. 1 ) Aus der Skizze ließen sich aber für die Gegend west­lich des Mondul ein paar wesentliche Züge ent­nehmen. Dabei stellte sich auch heraus, daß der

9 Oberstabsarzt Widenmann teilte mir brieflich mit, i daß die Originalaufnahmen nicht mehr existieren. Er hatte

I gleichzeitig die Freundlichkeit, mir ein Buch mit wertvollen | Skizzen von dieser Reise leihweise zu überlassen, auf das ich j an anderer Stelle zurückkomme.