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einem sehr kräftigen, sogenannten Stahlblechkoffer untergebracht, dessen schwarze Farbe ich mit weißem Lack überzogen hatte, um allzu große Hitzewirkungen zu verhindern. Trotzdem gingen die Maximalthermometer drinnen bis auf 56° herauf. Der Koffer war ausgepolstert mit Sattelfilz und besaß noch zwei solche Zwischenlagen. Die Instrumente, zum Teil noch, wie die Uhren, in besonderen Behältern, lagen so sicher darin, daß sie nie Schaden gelitten haben. Dieser Koffer war eine halbe Last, sein Träger hatte überdies den oben erwähnten kleinen Hildebrand umzuhängen.
Auch von der photographischen Ausrüstung muß hier wenigstens das Wichtigste erwähnt werden, da etwa die Hälfte meiner Aufnahmen bei der Kartenkonstruktion verwandt worden ist:
1 7 - Eine Anschützsche Klappkamera mit Schlitzverschluß für 9 X 12 cm, nebst Ansatzkamera mit Trieb für 13 X 18 cm, also Handkamera und Stativkamera vereinigt. Die Linsen waren ein Doppelprotar, ein Weitwinkel, eine Teleobjektiv, alle von Zeiss. In dem wasserdicht schließenden Blechkoffer mit Holzeinsatz und Polsterung waren noch untergebracht : 9 Doppelkassetten für 9X 12 cm » 6 für 13X18 cm und verschiedene kleinere Hilfsapparate. Die ganze Last nebst dem Stativ wog nur etwa 25 Pfund. Ihr Träger war dadurch in der Lage, stets gleichen Schritt mit mir zu halten, so daß ich den Apparat jederzeit zur Hand hatte.
18. Außer der vorstehenden, meiner eigenen Kamera führte ich, da ich auf die photographischen
i Aufnahmen großen Wert legte, während des größten Teiles der Reise noch eine V o i g 1 1 ä n d c r s c h c quadratische Stativkamera für 13X x 8 cm mit 1 besonders langem Auszug mit. Ihre optische Aus- | rüstung bestand in einem Collinear für I3X : 8 cm,
i zwei identischen Collinearen für Stereoskopauf-
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1 nahmen und einem Teleobjektiv. Abgesehen von | Kleinigkeiten haben sich diese beiden vollständigen ! Ausrüstungen vorzüglich bewährt. 1 ) Es wäre danach nicht nötig gewesen, sie b e i d e mitzunehmen.
19. Ein Panorama-Kodak, nicht sonderlich brauchbar.
20. Eine vollständige Einrichtung zum Entwickeln von Platten. Diese Gegenstände beanspruchten samt den jeweils mitgeführten Platten etwa zwei Trägerlasten.
21. Ein D u 11 k e 1 k a m m e r z e 1 t, das ich mir konstruiert, hatte ich in die eine Hälfte des mittleren unserer drei Zelte hineinverpaßt. Es ging in dessen Lasten mit.
22. Eine reichliche Serie geologischer H ä m - m e r von B 1 a t z in Heidelberg diente bei dem mit der topographischen Aufnahme eng verknüpften geologischen Sammeln. Einer der Boys trug die Mehrzahl von ihnen im Rucksack.
9 Über die rein photographischen Arbeiten der Expedition will ich im Zusammenhang mit der Behandlung meiner ganzen Erfahrungen über Photographie in den Tropen an anderer Stelle berichten. Hier habe ich nur noch weiter unten auf die Verwendung der Bilder in der topographischen Aufnahme einzugehen.
Kapitel IV.
Die topographische Aufnahme.
a. Die Aufnahme im engeren Sinn.
Einfache Routenaufnahmen. I
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Ich hatte auf früheren Expeditionen Routenauf- 1 nahmen gemacht, sie durch Bestimmungen der Zeit, Breite und magnetischen Deklination, sowie durch j
mitgeführte Uhren zu verbessern gesucht. J
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Die von der Route weiter abliegenden Gegenden j waren nur wenig berücksichtigt worden, obwohl ich 1 auch damals viele Fernpeilungen vorgenommen und schon einige größere Ubersichtsskizzen und Krokis entworfen hatte.
Eine Karte, die lediglich auf einfachen Routenaufnahmen beruht, wird nur in den seltensten Fällen ;
einigermaßen den Ansprüchen genügen, die man an eine geographische Karte stellen muß. Zur Zeit der großen Entdeckungen in Afrika konnte ein einziger schmaler, längs der Route festgelegter Streifen von größter Bedeutung für die Erweiterung unserer Kenntnisse sein. Heute ist der größte Teil Ostafrikas von einer Menge von Routen durchzogen, die manchmal ziemlich benachbart verlaufen, ohne daß die dazwischenliegenden Gebiete hinreichend zur Darstellung gebracht werden können. Von einem ebenfalls großen Teil des Landes liegen allerdings sehr viel bessere Karten vor. Abgesehen von Usam- bara und den Gebieten längs der West-, Nord- und Südgrenze des Schutzgebiets, die von Vermessungs-