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Die Neugestaltung unserer kolonialen Aufgaben : Festrede, gehalten ... den 7. März 1911 / von M. J. Bonn
Entstehung
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herausgelockt habe, ihm aber jetzt weder ausreichende Arbeitskräfte, noch lohnenden Absatz verschaffe und überdies die Ungeheuerlichkeit begehe — sei es auch für koloniale Zwecke — Steuern von den Getränken zu erheben, die er in seiner Verzweiflung konsumiert. Die Verkennung der Aufgaben des Weißen, an der unsere Kolonialpolitik lange gekrankt hat, ist Schuld daran ge­wesen, daß unter unseren Siedlern sich manche befin­den, die den erwähnten Schwierigkeiten zum Opfer ge­fallen sind.

VIII.

Auch hier haben die letzten Jahre Wandlung ge­schaffen. Man hat allmählich erkannt, daß zur Begrün­dung erfolgreicher Unternehmungen kapitalkräftige Un­ternehmer vorhanden sein müssen und daß Landver­schenkungen und andere Begünstigungen nicht ausreichen, eine solche Klasse zu schaffen, — ohne deren Tätigkeit nie eine allen staatlichen Bedürfnissen genügende weiße Oberschicht ins Land zu kommen vermag. Man hat eingesehen, daß nur eine hochstehende weiße Arbeit­geberklasse die eingeborene Arbeitskraft so auszunützen, zu fördern und zu vermehren vermag, daß die Kolonien einen wesentlichen Bruchteil der von der Heimat be­nötigten Nahrungsmittel und Bohstoffe erzeugen und die wachsende Bevölkerung der Heimat in der Heimat er­halten können. Nicht diejenige Kolonie, die die stärkste weiße Bevölkerung enthält, ist daher für uns die wich­tigste geworden, sondern diejenige, die dauernd die größten Mengen der von uns benötigten Bohstoffe und Genuß­mittel herstellt. Es handelt sich dabei nicht um die Er­gebnisse eines kurzsichtigen brutalen Baubbaues, sondern um eine regelmäßig vor sich gehende, wirtschaftliche Pro-