— 7 —
hier ab — wie bei Oelfrüchten, bei Kakao, Kautschuk und Sissalhanf liefert die Einfuhr aus den Kolonien bereits einen nicht unbeträchtlichen Teil unseres gesamten Verbrauches. Bei anderen Gütern, wie bei Kaffee, Mais, Baumwolle, Vieh und Häuten steht heute nur fest, daß die Kolonien diese Waren für die Ausfuhr produzieren können; für unsere Versorgung fällt die Menge der gelieferten Produkte noch nicht ins Gewicht. Von einer Baumwolleinfuhr im Werte von 532 Millionen Mark kamen nur für 800000 Mark aus den Kolonien 3 ).
III.
Gerade dieser geringe Anteil, den die Kolonien heute erst an unserer Versorgung mit wichtigen Produkten haben, bestimmt die Neugestaltung unserer kolonialen Aufgaben. Wir sind von den Zielen einer Siedlungspolitik, die wir in blinder Nachahmung englischer Erfolge in Nordamerika und Australien übernommen hatten, zu den Zielen der alten Kolonialpolitik zurückgekehrt, die in der ausreichenden Versorgung des heimischen Marktes mit wertvollen Kolonialprodukten bestanden. Dabei haben wir jedoch andere Aufgaben zu lösen, als die Kolonialpolitiker des 16. und 17. Jahrhunderts. Sie landeten in entwickelten Gebieten, die eine eigene Produktion an hochwertigen Gütern aufwiesen. Sie suchten mit Aufbietung aller Machtmittel ein Einkaufsmonopol zu erzwingen, das ihnen den Zwischenhandel in diesen Produkten und den Absatz zu hohen Verkaufspreisen für die ganze Welt sichern sollte. Unser Ziel kann es nicht sein, Genußmittel möglichst billig einzukaufen und möglichst teuer zu verkaufen. Wir müssen vielmehr, um die einheimische Bevölkerung in der Heimat zu erhalten, solche Genußmittel möglichst