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Die Neugestaltung unserer kolonialen Aufgaben : Festrede, gehalten ... den 7. März 1911 / von M. J. Bonn
Entstehung
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VI.

Eine derartige Entwicklung unserer afrikanischen Kolonien, wie sie sich trotz lauter Reden durchsetzt, be­deutet nicht etwa eine Schließung derselben für die deutsche Zuwanderung. Gerade das Gegenteil ist der Fall, wenn die Erkenntnis, was denn die Aufgaben der Deut­schen sind, erst Platz gegriffen hat. Unsere afrikani­schen Kolonien sind, soweit sie überhaupt eine dauernde Niederlassung von Europäern gestatten, Mischkolonien 11 ). Der einwandernde Deutsche muß sich daher in erster Linie als Unternehmer betätigen. Ein Unternehmerstand, der mit Massen von Eingeborenen zu tun hat, bedarf aber zu deren wirtschaftlicher Ausnutzung zahlreicher weißer Hilfskräfte. Er braucht Aufseher und Vorarbeiter, Ingenieure und Werkmeister. Er bringt, wenn er sich ansäßig macht, europäische Dienstboten mit sich. Er er­möglicht die Entstehung von Kaufläden, die von Weißen für Weiße geführt werden. Er entwickelt eine Nach­frage nach weißen Handwerkern und fördert die Nieder­lassung von Rechtsanwälten und Aerzten, die ihrerseits wieder weiße Arbeitskräfte ins Land bringen. Seine Tä­tigkeit macht die Anwesenheit eines verstärkten Reamten- personals notwendig; seine Nachbarschaft gestattet es, verheiratete Reamten auszusenden. Je besser gestellt die Schichten sind, denen dieser Unternehmerstand entstammt, je größer die Mittel sind, über die er verfügt, je geldwirt­schaftlicher er wirtschaftet, desto größeres Gewicht wird er darauf legen, seine vielgestaltigen Redürfnisse befriedigt zu sehen, desto mehr Wert wird er auf die Anwesenheit einer diese Redürfnisse befriedigenden weißen Mittelschicht legen.

Die Stärke und Geschwindigkeit der weißen Einwan­derung wird bei günstigen klimatischen Verhältnissen

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