EINE PARABEL
Man kann in alten Schriften lesen Von einem fabelhaften Wesen, Das sich der Basilisk genannt. Erzeugt nicht im Naturgeleise, Nein, wo auf frevlerische Weise Ein Hahn der Kröte sich verband.
Die Kröte starb nach wenig Wochen. Aus ihr ist dann ein Ei gekrochen, Und aus dem Ei das Ungetüm. Wer es erblickte, ward versteinert, Und hätt es sich verallgemeinert, So lebte niemand außer ihm.
Man sagt, dies Tier sei ausgestorben.
O glaubt mir, es lebt unverdorben
In manchem bösen Menschen fort.
Er sträubt sein Haar, die Zunge geifert,
Und wenn er kritisch sich ereifert,
Ist Tod sein Witz, sein Blick ist Mord.
Drum wünsch ich, wenn durch Gunst der Musen
Aus dem noch nicht berühmten Busen
Ein Kunstgebilde dir entquoll,
Dir Kritiker vom Schlag der Tauben,
Die niemand seine Krone rauben
Und lehren, was man fühlen soll.