JAMBISCHE ELEGIEN
I
Ihr wähnt mich schon verblendet? Heiter will ich sein Und da, wo kein Lebendiger gern den Atem regt, Auf Felsgeschieben, über Eis und Firnenglanz. Denn, bin ich einsam, möcht ich lieber oben sein. Hier geh ich nun, hier tanz ich schwebend, wohl allein, Auch wohl vonGeistern heimgesucht (doch weiß ichsnicht); Und was wie Blut aus euren warmen Brüsten quillt, Streu ich gleich Licht-Kristallen himmlisch reinen
Schwungs
Durch ferne Nächte, Sternenhaft. — Ihr seht es nicht.
II
Wie Meerestiefen, wo sich seltsam vieles regt Im trüben Schimmer, lautlos, wenn auch mannigfach Und wunderlich gestaltet und verwirrter Bahn, Liegt unter uns so vieles, das uns einst erschien In Luft und Licht, lebendig. Freude war dabei Und manche Schmerzen, Blumen, deren zarter Duft Nun ganz dahin ist, Wärme und der holde Glanz; Und so viel Liebe, die sich lieblich uns erzeigt, Ist hingeschlummert unter Schatten, die uns nicht Die Huldgestalten gönnen und den schönen Bück, Der lächelnd einst an sonnigen Tagen uns erquickt. Und doch will gar nichts sterben, aus der Dunkelheit Drängt noch so manches, möchte gern ans Tageslicht Umsonst gelangen, Glieder, die wir einst geliebt, Aus Dunst und Fernen recken sie verlangend sich; Und banges Flimmern wandert durch die Einsamkeit