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Lieder und Elegien / von Rudolf Alexander Schroeder
Entstehung
Seite
26
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HERBST

O, nicht Kränze flechten wir, Um uns zierlich anzukleiden; Diese Tage ehren wir; Und wir sind wie sie bescheiden.

Sieht die Sonne mittags noch Baum und Blüte bunter Farben, Weiß die Königliche doch, Wie sie bald im Winter darben.

Sieh den abendlichen Fluß, Wie er durch die Schatten funkelt, Der nun bald erblinden muß, Wenn sichs winterlich verdunkelt.

Und wir stehen Hand in Hand Und betrachten ernst hier oben, Wie im dämmerhaften Land Nebel sich der Flur verwoben.

Was im Herbst zu Boden sank, Wird kein Frühling wieder geben: Sei drum jedem Tage Dank, Den wir ohne Schmerz erleben.