VERLANGEN
I
Mir zu nennen mein Verlangen Würden Schreie kaum genügen; Doch will ich mich unterfangen Dich mit Anmut zu belügen.
Schiffe — östlich hergeschwommen — Wohl durch Flüsterwellen ziehen; Wie du kaum den Klang vernommen, Wollen westlich sie entfliehen.
Sind auch, wo die Wälder dunkeln, Wege, die sich seltsam gleichen. Durchs Geäste irrt ein Funkeln: Doch du magst es nicht erreichen.
Will auch kühn der Tag entschimmern, Sonne, sonnenhaft zu feiern, Bleibt doch ein bedenklich Flimmern: Eines will sich nicht entschleiern. —
Ach, wo alles schwankt und wandelt, Wollen Träume dich berücken. Dennoch: Den, der ernstlich handelt, Werden Schmerzen selbst beglücken.
Wird doch, was dich krank gemacht, Was dich lächelnd angesehen, Wie die Wollust einer Nacht Jäh und wunderlich zergehen.
M