FONTAINEBLEAU
Nicht von der Macht, nicht von Größe reden wir, der
Mund
Müsse verstummen, der verwegenen Atems Ruhm noch zu künden vermeint und das Erhabenste Mit blechernen Tönen geredeten Worts aussprechen will, Oder mit groben Zeichen die Einfalt des Herrlichsten Deuten möchte, und vergeblicher Mühe sich An alles wagt; denn Ehrfurcht ist dem Geschlecht Fern, da Größe auch nicht mehr Geistig sich zeigen will, und die bändigende Gewalt nicht mehr ihren Sitz offenbar hat vor dem Volk, Und das Schöne nur noch von der Vergangenheit Abgeblaßten Zimmern uns anlächelt. — Nicht das wollen wir verkünden, wie du mächtig
warst,
Und wie alles verstummte um dich, außer dem Ton Des Gehorsams — wir sahen ein Trauriges, O Gewaltiger, ein Betrübtes sahen wir, Als dein Tag plötzlich verdunkelt wegsank, Und die Sonne fortging und der goldene Kranz Mit Rost anlief, und die eherne, sie, Die unsägliche Göttin, wegschreitend zu andern Feldern
hin,
Das Glück, sich wandte. — Eisernen Schritts Wandelt es; und wir wissen nicht, wo Die Füße stehn, und wen die Hände ergreifen; Ob zu Thronstühlen auf oder in Lustgärten Oder in Häuser der Macht sie einen setzen, Oder zusammengedrückt unsere Freuden alle
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