Druckschrift 
Lieder und Elegien / von Rudolf Alexander Schroeder
Entstehung
Seite
22
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SPAZIERGANG

Sieh, nun ist mein Herz zufrieden, Und die Schmerzen sind vorbei. Meine Seele fühlt sich frei Und von aller Not geschieden.

Heute, wie die Sonne scheint, Wollen wir das Glück genießen, Fröhlich, wie die Blumen sprießen, Die zur Nacht der Tau beweint.

Heute! o geliebtes Wort! Weiß ich doch nicht, was vergangen, Was mich morgen will umfangen, Und so bin ich fort und fort.

Sieh der Ferne sanftes Blau Sich der Himmelsluft vermählen! Und so sollte ich mich quälen, Wenn ich in die Ferne schau?

Sieh der Vögel zarten Flug Durch verklärte Lüfte wandern. Liebe Vögel, grüßt die andern, Die die Sehnsucht weiter trug!

O, die süße Nachtigall Will in Liedern sich vergeuden; Und die tausendfachen Freuden Sammeln sich in ihrem Schall.