LIEDER EINES GENESENDEN
I
Heute will am holden Tage Ich mich wohlgemut ergehn. In den Sälen, in den Zimmern Kannst du noch das goldne Flimmern, Sonnenflimmern kannst du sehn.
In den Gärten, auf den Wegen, Auf den Beeten glänzt es schön. Hat mich niemand doch getroffen, Stehn die schönen Pforten offen, Will ich frei ins Freie gehn.
O, wie lieblich auf den Hügeln Geht der Luft: erquickter Hauch! Will nun Sonne bald verglimmen, Grüßen sie wohl tausend Stimmen, Grüßen — und ich grüße auch!
Wenn sie nun die Abendflügel In die Täler niederlenkt, Wird sie in den fernen Gründen Eine liebe Seele finden, Die beseligt mein gedenkt?
II
O liebes Grün,
O Blumenduft, o Wege blank und rein, O liebe Himmelsluft, Ich war so lang allein!
'9