Die Besetzung Lehes durch die Schweden
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anderen Stellen hervorgehoben, zur Verteidigung der Stadt und zum Angriff auf feindliche Völker aufgeboten, und immer war sie bei der Hand und übertraf jedesmal die in sie gesetzten Erwartungen.
Wenn trotzdem Bremen, wie Smid sagt, den Verlust von Lehe und Be- derkesa leicht verschmerzte, so lag das daran, daß ein Hafenplatz an der Unterweser für die Stadt noch entbehrlich war, und die Bürgerwehr, mochte sie auch noch so tapfer sein, infolge veränderter Kriegsführung die einstige Bedeutung verloren hatte.")
Drittes Kapitel:
Lehe unter der Krone Schwedens.
Die Regierung in Stade.
Im Jahre 1652 wurde aus den alten Landeskollegien, die ihren Sitz in Bremervörde hatten, die Regierung der im Westfälischen Frieden an Schweden gefallenen Herzogtümer Bremen und Verben zu Stade gebildet, die von 1654 an die Stelle war, wo die Leher wie bisher beim Rat von Bremen ihre staatlichen Pflichten erfüllen mußten, aber auch Rat und Trost in schwieriger Lage holen durften. Zur Regierung gehörten vier Behörden: der Regierungsrat, der Justizrat, das Hofgericht und das Konsistorium. Der Regierungsrat, die Regierung im engern Sinne, setzte sich zusammen aus dem Gouverneur, dem Kanzler und zwei Geheimräten. Seine Zuständigkeit erstreckte sich auf alle Verwaltungssachen, die nicht dem Konsistorium überwiesen waren. Justizrat oder Justizkanzlei und Hofgericht waren streng auf Rechtssachen beschränkt, während das Konsistorium Verwaltungs- und Rechtssachen vereinte.
Unter der Regierung standen als Ortsbehörden 10 Ämter, 2 Gräfschaften, 2 Gerichte und 9 Vogteien. Die beiden Gerichte waren die zu Lehe und Osten. Die Unterbehörden hatten die Durchführung der Regierungsverfügungen zu überwachen und die niedere Gerichtsbarkeit zu verwalten.
Die Leher Schanze.
Es schien zunächst, als ob der Übergang an Schweden für Lehe günstig wirken werde. Schon am 8. April 1653, also noch vor der Besetzung des Fleckens durch schwedische Truppen, sandte die Regierung in Stade, wie schon mitgeteilt, ein Gutachten an die Königin Christine ein, worin sie empfahl,