Crsies Kapitel:
Das Fleckens- und Flurbild.
1. Der Flecken.
Auf dem Ausläufer der Hohen Lith, der im Winkel der Weser und der Geeste endigt, lag seit „unvordenklichen Zeiten" der Flecken Lehe. Die geringe Bodenerhebung gab ihm den Namen; denn „Lehe" bedeutet eine Siedlung auf einem Hügel, ist also mit „Lith" stammverwandt?)
Recht stattlich lag der alte Flecken da. Seine Wahrzeichen, zwei Türme und mehrere Windmühlen, waren weithin sichtbar. Mit Freude begrüßte sie der einsegelnde Schiffer, mit Liebe und Stolz der heimkehrende, wohlgesessene Hausmann. Ein grüner Wall, den ein schmaler Graben begleitete, legte sich weich und warm um den Flecken und rückte seine Häuser dicht zusammen, so daß sie eine feste, enggliederige Kette bildeten. Mit dunklem Stroh oder Hellem Ziegel bedacht, lugten sie zwischen hohen Eichen und Eschen hervor?)
Viele Wege führten in den Flecken hinein. Der wichtigste unter ihnen war ein alter Heerweg, der bei Lehe die Geeste überschritt und durch den Flecken bis an die Nordgrenze des Reiches führte. Dieser Heerweg hat im Verein mit den beiden Flüssen das Schicksal Lehes bestimmt: die Entwickelung zum blühenden Marktflecken wie auch die Gelegenheit zu Brandschatzungen durch ziehende Kriegsvölker?)
Die Durchgänge durch den Wall waren, wie es scheint, durch feste Tore geschützt. Dort etwa, wo heute die Batteriestraße von der Johannesstraße abzweigt, war das „Schindertor", so genannt nach dem Schinder, der in seiner Nähe wohnte. Die Gegend außerhalb dieses Tores nannten die Leute „But'n Schinners Dor". Noch zwei andere Tore sind bekannt, das „Side", d. h. das Niedrige Tor, und das „Tor auf jenem Orte". Das Side Tor brachen die Fleckensleute im Jahre 1543 ab, um die Steine zum Bau eines Ziegelhauses zu verwenden. Über seinen Standort wird nichts mitgeteilt. Das Tor auf jenem Orte stand wahrscheinlich vor dem Flötenkiel, dem Keil in der Gabelung der Wurster und der Langener Straße?)
Von den Schutzvorrichtungen an den Feldmarksgrenzen kennen wir drei Schlagbäume, den „Speckenbaum" gegen Wursten, den „Wischebaum" gegen