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Der Raths-Weinkeller zu Bremen / Von J. G. Kohl
Entstehung
Seite
241
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XII. Etwas über Ouantitat und Werth -es Lagers, und das Vermögen des Kellers.

Schwierigkeiten der Bestimmung der Größe und deS Werths des Lagers. Die alten Lager der Keller in Hamburg und Lübeck viel bedeutender. Geringfügigkeit deS Bremer Lagers in alter Zeit. - Zunahme im I7ten und 18ten Jahrhundert. Keller-Vermögen in Französischen Zeiten. Dienste, welche das Keller-Vermögen dem Staate geleistet hat. Vergleiche mit Lübeck und Hamburg. Beschränkung deS Lagers in neuester Zeit-

Die durch ihre Rhein-Wein-Monopole und so manche andere Anordnungen geschützten Rathskeller unserer Städte machten begreiflicher Weise in der Regel sehr gute Geschäfte, und genossen daher durch die Bank eines vortrefflichen Credits. Sie hatten, trotz dem, daß sie viele Weine (die Ehrenweine) ohne Ver­gütung hergeben mußten, meist alle Jahre einen erkleck­lichen Ueberschuß, der theils zum Ankauf neuer Weine verwandt, theils verzinslich angelegt wurde. Da sie lange Zeit unter der »privativen" Leitung des Raths ihre eigene ganz separirte Finanz-Verwaltung und Casse hatten, so hätten sich ihre Weinläger und Capi­talien mit der Zeit außerordentlich vermehren können.

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