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Der Raths-Weinkeller zu Bremen / Von J. G. Kohl
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240 Etwas über die Weinpreisc im Bremer Rathskeller re.

wenn er auch das Anlage-Capital für das Faß und die Lagermiethc, und die Besoldung der Beamten und dergleichen Dinge nebst ihren Zinses-Zinsen in Rech­nung gebracht batte.

Aehnliche Berechnungen, wie dieser alte Bremer Rechenmeister, hat übrigens schon der noch ältere Pli- nius über die Preise alter Weine angestellt?) Plinius berechnete den Preis eines zu seiner Zeit beinahe zwei­hundert Jahre alten Weins. Er nahm dabei an, daß er beim Einkauf 100 immmi (etwas mehr als 1 Louisdor) die gekostet habe, und fand,

daß nach den bei den Römern gewöhnlichen Zinsen seiner Zeit (Anfang der Regierung des Kaisers Cali- gula) die Unze ein nummns (etwa 4 Bremer Grote) oder die Quart (Flasche) nicht ganz 3 Thalcr gekostet haben würde. Zinsen von Zinsen berechnete Plinius noch nicht, und er kam daher nicht zu so ungeheuren Preisen wie unser Bremer Riemenschneider.

*) S. hierüber Renäsi-son llistoiv ok ^.neisiit scl lVIoäsi'ir 'Muss. S. 71.