172 Vom Handel und Verkehr im Weinkeller.
Ls)r ok 8 tui-A 60 ll?" (Ich komme Dich zu bitten, diesen Nachmittag mit mir in dem Rheinischen Weinhause im Stahlhose zu erscheinen. Willst Du initgehen und daselbst deutschen Kuchen und ein Füßchen Stör Prokuren?) Und in einem andern Gedichte, »Nabbe's Bride" aus dem Jahre 1640 werden als Haupt- Delikatessen des Hanseatischen Weinhauses in London »geräucherte Ochsenzungen" („är)r nsnt's tovAuso") genannt.*) Die bei Webster genannten „vutolr duus" (Deutschen Kuchen) mögen, wo nicht dasselbe, doch etwas Aehnliches gewesen sein, wie die im Bremischen Weinkeller seit alten Zeiten üblichen sehr trockenen und spröden weder gewürzten noch gesüßten »Krengeln«, die ihrer Eigenschaften wegen zum Wein so gut paßten und die noch heutiges Tages sür den Bremer Keller gebacken und daselbst zum Weine und Käse präsentirt werden. In spätem Zeiten hat man diesen Delikatessen auch noch Russischen Kaviar hinzugefügt und deßgleichen sowohl Holländischen als Englischen Käse. Bei diesen Speisen reichte man den Gästen einige Bogen Löschpapier, was damals überall bei Mahlzeiten statt der Servietten diente. Im Bremer Weinkeller kamen diese löschpapiernen Mund- und Finger-Wischer erst im Jahre 1825 aus der Mode. Bei einer mit alter- lhümlichem Pompe gegebenen jährlich wiederkehrenden Festmahlzeit zu Bremen, nämlich bei der bekannten »Seefahrts-Mahlzeit" sind sie noch heut zu Tage nicht außer Gebrauch gesetzt. ^
*) S. Lappenberg. Der Stahlhof I. o. S. 74.