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Die Entwicklung des landwirtschaftlichen Kreditwesens in Deutsch-Südwestafrika : Ein Beitrag zur Wirtschaftsgeschichte dieser Kolonie / von Hermann Strähuber
Entstehung
Seite
57
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Dritter Teil.

Die verschiedenen Vorschläge zur Schaffung einer landwirtschaftlichen Kreditorganisation.

Nachdem das Wirtschaftsleben der Kolonie sich dank der zunehmenden Konsolidierung der inneren Zustände in verhältnismäßig kurzer Zeit von den für eine Neugründung doppelt gefährlichen Folgen des Aufstandes erholt hatte, harrte kein Problem dringender der Lösung durch die maß­gebenden Instanzen, als die gründliche Reform des land­wirtschaftlichen Kreditwesens. Die Erkenntnis, daß die extensive Bewirtschaftung die für Südwestafrika gegebene sei, drang immer mehr durch und schuf auch darüber Klarheit, daß zur Ausdehnung und Sicherstellung dieser Produktionsweise die Zufuhr bedeutender Kapitalien nötig sei. Dem Produktionsfaktor Kapital kommt ja bei der reinen Vieh- und Weidewirtschaft eine viel größere Bedeu­tung zu, als bei der auf Körnerbau begründeten Wirtschaft, wo mehr die Arbeitsleistung zum Erfolge beiträgt, welche durch die Anwendung und Beihilfe der Produktions­mittel nur eine Bereicherung und Ergänzung erfährt. Da aber im Schutzgebiete großer Mangel an Kapital herrschte, mußten zuerst Mittel und Wege gefunden werden, um fremdem Kapital den Anreiz zu geben, sich im Schutz­gebiete zu betätigen. Erst wenn dies gelungen war, konnte auf der so gebildeten Grundlage weitergebaut, und eine gründliche Reform des Kreditwesens in Angriff genommen werden. Anregungen hierzu, sowie zum Modus der Geld­beschaffung erfolgten von Seiten der Farmervereinigungen und verschiedener Interessentengruppen in der Heimat. Eber das zu erreichende Ziel, die Schaffung einer land-