Erster Teil.
Die wirtschaftlichen Grundlagen der Kolonie.
Als maßgebend für den wirtschaftlichen Wert einer Kolonie gilt der Grad, in dem Letztere imstande ist, die heimische Wirtschaft durch Versorgung mit Rohstoffen und Kolonialwaren zu ergänzen, und welche Bedeutung sie besitzt als Markt für die heimischen Industrieerzeugnisse. Die wirtschaftlichen Beziehungen der Kolonie zum alten Lande, die Fäden, die sich hin und wieder spinnen, sind nicht nur bedeutsam für den völkischen und politischen Zusammenhang Beider, sondern bilden auch die Voraussetzung für den Anschluß der Kolonie an den Weltverkehr, sowie für ihre Befruchtung mit den notwendigsten Hilfsmitteln von Handel und Verkehr, in erster Linie mit Geld und Kredit.
Die dominierende Stellung Englands im Welthandel fußt ja nicht zuletzt auf der Geschicklichkeit, mit der es die jeweils neu erworbenen Gebiete dem Reiche anzugliedern, und zu Verzugsmärkten für die eigenen Industrieprodukte umzugestalten verstand. Mit jeder neuen Kolonie erwarb England neue Kunden, welche bald auch finanziell enge an den eigenen Interessenkreis angeschlossen wurden.
Treten so im Verhältnis zwischen Mutterland und allen Arten seiner auswärtigen Niederlassungen die gegenseitigen Handelsbeziehungen in den Vordergrund, so kommt bei der Kategorie der Siedlungskolonie noch, wie der Name schon andeutet, das Bestreben hinzu, den Überschuß der heimischen Bevölkerung, beziehungsweise die tüchtigen und kapitalkräftigen auswanderungslustigen Elemente nach einem Gebiete hinzulenken, welches politisch eng mit dem