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der Regierung überhaupt einleiten würde, und faßte neues Vertrauen.
Es griff daher bezüglich der augenblicklich uneinbringlichen Forderungen, sowohl in der Kolonie selbst, wie im Verkehr mit dem Mutterlande ein stillschweigendes, sozusagen latentes Moratorium Platz in der allgemeinen Erwartung, daß die Regierung auch, wenn wieder Ruhe im Lande herrschte, die Wiederbelebung der Erwerbswirtschaften energisch fördern werde.
So hat eigentlich erst der Aufstand, von dem man katastrophale Wirkungen für das Wirtschaftsleben befürchtet hatte, kundgetan, welche Werte in dieser Kolonie in kurzer Frist geschaffen worden waren, und wie die verheerenden Wirkungen eines 2 jährigen Krieges die Fundamente der Wirtschaft und des Kreditwesens wohl zu erschüttern, aber nicht zu zerstören vermochten.
Zweite Periode:
Von der Niederwerfung des Aufstandes 1906 bis zum
Jahre 1913.
Erstes Kapitel:
Wiederaufrichtung der Wirtschaft.
Während der Dauer des Aufstandes hatte die Produktion beinahe vollständig stillgestanden. Die im Kriegsgebiet gelegenen Farmen waren verwüstet, das Vieh weggetrieben und die Kulturanlagen zerstört worden. Weniger hart betroffen wurden die abgelegeneren Ansiedlungen, welche unter dem Kriege unmittelbar nicht litten, jedoch mittelbar insofern in Mitleidenschaft gezogen wurden, als der Mangel an Arbeitskräften und die fortgesetzte Unsicherheit ihrer Lage keine geregelte Produktion aufkommen ließen. Es galt nun, sobald die Erhebung niedergeworfen war, die Wunden zu heilen, welche die Kriegswirren dem Wirtschafts-