IV. Einfluß der Vergrößerung Kameruns auf Wirtschaft und Verkehr. 19
IV. Einfluß der Vergrößerung Kameruns auf Wirtschaft
und Verkehr.
D ie „Compagnie Forestiere-Sangha-Oubangui" hat zwei ihrer Beamten veranlaßt, Kamerun von Duala nach Nola zu durchreisen und zum Bericht über die Verkehrsverhältnisse aufgefordert. Einer der ältesten Direktoren der Gesellschaft, Herr Jacquy, ist am 26. Oktober von Boulogne abgereist; Herr Alli- baud ist am 26. November gefolgt. Dem Bahnbau zum Njong bringt die Gesellschaft großes Interesse entgegen, und sie will prüfen, ob es möglich ist, mit Hilfe der Bahn und der einzurichtenden Njong—Dume—Kade'x-Schiffahrt schon jetzt oder von 1916 ab ihre Transporte über Duala zu leiten.
Der Verfasser hat bei der Zweigniederlassung der Gesellschaft in Berlin angefragt, mit welchen Transporten die Gesellschaft für 1916 rechnet; darauf ist die Auskunft geworden: „Wir sehen voraus, daß unsere Produktion sich dann auf 800 t Kautschuk und 20 t Elfenbein belaufen wird.“ Als
Importe für 1916 werden angegeben: 800 t diverse Artikel (Stoffe, Eisen- und Kurzwaren, Werkzeuge, Lebensmittel), 400 t Maschinen zur Koagulation und Bereitung des Kautschuks, 1000 t Lebensmittel für die eingeborenen Arbeiter der Gesellschaft von der Küste und aus verschiedenen Gegenden Kameruns, Verpflegung und Genußmittel für die weißen Angestellten, Zelte, Ausrüstungen.
Da die Sangha - Forestiere im Jahre 1911 bereits 660 t Kautschuk produziert hat, davon gut 530 t auf dem jetzt deutsch gewordenen Gebiet, ist eine Steigerung auf 800 t bis zum Jahre 1916 als sicher anzunehmen; die Schätzung ist nach den Beobachtungen, die Verfasser an Ort und Stelle gemacht hat, als mäßig zu bezeichnen. Was den Import betrifft, so dürfte, wenn die Forestiere nicht gerade Reis, Zucker und Genußmittel für ihre Arbeiter einführen will (nach den Angaben, die der Präsident Nogues dem Verfasser machte, scheint das aber beabsichtigt zu sein), die Annahme von 1000 t in Position 3 zu hoch gegriffen sein; aber die Gesellschaft plant ja, um sich einen großen Stamm freiwilliger Arbeiter zu sichern,