14 II. Die wirtschaftlichen Folgen der Verzögerung des Bahnbaues.
nige pro Tag; die Arbeiter erhalten bis zu 30 Mark Lohn im Monat. Jetzt hat das Gouvernement gestattet, daß die Leute ihre Frauen mitbringen dürfen; sie müssen auch ernährt werden. Wenn infolge dieser Arbeiterfürsorge auch erreicht ist, daß viele Leute schon freiwillig zum Bahnbau kommen (Lenz hat bis 3000 freie Arbeiter), so wird dadurch doch der Bau sehr stark verteuert, und unter 125 000 bis 130 000 Mark pro Kilometer wird man im Kameruner Waldgebiet nicht aus- kommen. Was darüber hinaus ausgegeben ist, dürfte aber Verteuerung sein, die infolge der Bauverzögerung, der vielen, infolge sich kreuzender Wünsche der Gouverneure notwendig gewordenen Geländeaufnahmen eingetreten ist.
Dann ist die Mutmaßung wohl auch gerechtfertigt, daß man sich nicht beeilt hat, vor 1915 an den Njong zu kommen, weil Staatssekretär Dernburg seinerzeit die Verpflichtung eingegangen ist, vor 1915 keine neuen Eisenbahnforderungen für die Ko- lonieen zu bringen. Diese Verpflichtung dem Reichsschatzamt gegenüber ist aus der damaligen Situation erklärlich; heute ist aber infolge der Vergrößerung Kameruns eine wesentlich andere Lage geschaffen. Wir sind vor große, neue Aufgaben gestellt, denen wir gerecht werden müssen. Der letzte Atemzug muß an die Bahn zum Njong gesetzt werden, und dann sofort weiter.
ich auf dem Gebiete des Hafenbaues hat es leider an der
nötigen Entschlußkraft gar sehr gefehlt. Die Untersuchung der Hafenverhältnisse von Duala geht bis in die 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts zurück. Es ist eine große Menge Papier vollgeschrieben worden, aber Entscheidendes soll erst in nächster Zeit geschehen. Wie verlautet, hat das Kolonialamt sich mit einer Firma auf Lieferung eines großen Baggers in Verbindung gesetzt; hoffentlich tritt er bald in Tätigkeit. Geredet ist über den Hafenbau genug worden; jetzt muß man Taten sehen lassen. Duala wird, wenn die Mittellandbahn erst einmal dem Njong sich nähert, hoffentlich in zwei Jahren, eine
III. Hafen- und Wegebau.
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