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Neuntes Kapitel Wirtschaftliche Unternehmungen
Die wirtschaftlichen Unternehmungen in Ostafrika beziehen sich auf die Kultivierung des Grund und Bodens oder auf die Ausnutzung der bestehenden Handels-Berkehrs- beziehnngen. Das bedeutende europäische Beamtenpcrsonal hat naturgemäß die Entstehung einer größeren Anzahl von Geschäften an den Küstenplützen bewirkt und die Etabliernng von Kommissionären zur Folge gehabt. Die letzteren wollen wir indes, da sie ja ziemlich ausschließlich von den Europäern leben, nicht weiter berücksichtigen. Wir erwähnen diejenigen Gesellschaften und Betriebe, welche das Land selbst und die ureigenen Beziehungen desselben für sich nutzbar zu machen, bezw. dieselben durch Einrichtungen entsprechend zu gestalten suchen. Die erste ins Leben gerufene wirtschaftliche Unternehmung in Ostafrika bildet die D. O. A. G. Sie hatte zunächst zahlreiche administrative und politische Aufgaben und konnte sich den von vornherein ins Auge gefaßten wirtschaftlichen Zielen erst dann widmen, nachdem die Reichsregierung die Verwaltung definitiv in die Hand genommen und die Gesellschaft so entlastet hatte. Nach der Niederwerfung des Aufstandes, nach erfolgter Grenz- regulierung der Kolonie wurden Kapitalien und Kräfte der Gesellschaft im weiten Umfange frei für die eigentliche Kulturarbeit, für die Forderung der Produktion, sowie für Erschließung des Landes und Entfaltung einer Handelsthätigkeit im großen Maßstabe. Es kam jetzt darauf an, an dem bedeutenden Ein- und Ausfuhrhandel, welcher ausschließlich in indischen und arabischen Händen lag, einen selbständigen, möglichst weiten Anteil zu bekommen. In letzter Hinsicht ist die anregende Wirkung des mehrjährigen Direktors der D. O. A. G., des Konsuls Vohsen, zu erwähnen. Die für die wirtschaftliche Unter-