Teil eines Werkes 
1 (1895)
Entstehung
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Neuntes Kapitel Wirtschaftliche Unternehmungen

Die wirtschaftlichen Unternehmungen in Ostafrika be­ziehen sich auf die Kultivierung des Grund und Bodens oder auf die Ausnutzung der bestehenden Handels-Berkehrs- beziehnngen. Das bedeutende europäische Beamtenpcrsonal hat naturgemäß die Entstehung einer größeren Anzahl von Geschäften an den Küstenplützen bewirkt und die Etabliernng von Kommissionären zur Folge gehabt. Die letzteren wollen wir indes, da sie ja ziemlich ausschließ­lich von den Europäern leben, nicht weiter berück­sichtigen. Wir erwähnen diejenigen Gesellschaften und Betriebe, welche das Land selbst und die ureigenen Be­ziehungen desselben für sich nutzbar zu machen, bezw. dieselben durch Einrichtungen entsprechend zu gestalten suchen. Die erste ins Leben gerufene wirtschaftliche Unter­nehmung in Ostafrika bildet die D. O. A. G. Sie hatte zunächst zahlreiche administrative und politische Aufgaben und konnte sich den von vornherein ins Auge gefaßten wirtschaftlichen Zielen erst dann widmen, nachdem die Reichsregierung die Verwaltung definitiv in die Hand genommen und die Gesellschaft so entlastet hatte. Nach der Niederwerfung des Aufstandes, nach erfolgter Grenz- regulierung der Kolonie wurden Kapitalien und Kräfte der Gesellschaft im weiten Umfange frei für die eigent­liche Kulturarbeit, für die Forderung der Produktion, sowie für Erschließung des Landes und Entfaltung einer Handelsthätigkeit im großen Maßstabe. Es kam jetzt darauf an, an dem bedeutenden Ein- und Ausfuhrhandel, welcher ausschließlich in indischen und arabischen Händen lag, einen selbständigen, möglichst weiten Anteil zu be­kommen. In letzter Hinsicht ist die anregende Wirkung des mehrjährigen Direktors der D. O. A. G., des Konsuls Vohsen, zu erwähnen. Die für die wirtschaftliche Unter-