zu berauben. Immerhin zählte Biala bei der letzten Volks- i zählung 4672 Deutsche. Die benachbarten beiden deut- schen Orte Lipnik (deutsch Kunzendorf) und Mzen zählen 4940, beziehungsweise 2254 Deutsche. Eine besondere Stellung nimmt nicht weit von derBialaerSprachinselWil- merau (Wilamowice) ein, dessen uralte deutsche (katholische) Bevölkerung 1500 Seelen beträgt. Darüber noch unten.
Neuerdings findet man in verschiedenen galizischen ' größeren Städten die Erscheinung, daß die Deutschen mehr wie früher zusammenhalten und ihr Volkstum in s verschiedenen Vereinen, Tischgesellschaften und Organisationen pflegen.
Die deutsche Sprache ist weit über die eigentlichen deutschen Siedelungen hinaus verbreitet. Jeder !! Gebildete versteht deutsch und auch der größte Teil der städtischen Bevölkerung, die in den polnischen und / ruthenischen Schulen in den Städten von der dritten - Volksschulklasse an deutsch gelernt hat. Sehr viel trägt ! zur Erhaltung und Pflege der deutschen Sprache das Militär bei. Auch der größte Teil der Juden spricht » deutsch, wenn dieses deutsch auch, namentlich in der Form ! des sogenannten jüdischen Jargons, keinen besonders
schönen Dialekt unserer Muttersprache darstellt. Auch > abgesehen von den Juden behauptet sich innerhalb des
! Geschäftslebens und der Industrie das Deutsche als allge
meine Vermittlungssprache.
^ Blickt man auf alles vorstehend Ausgeführte zurück,
^ so ergibt sich, daß die deutsche Bevölkerung Galiziens
ein zwar an Zahl nicht großes, an kultureller Bedeutung ! und weittragendem Einfluß aber ein sehr wesentliches
! Element in der galizischen Gesamtbevölkerung bildet.
! Diese Bedeutung erscheint in noch viel helleren:
^ Lichte, wenn man einen Blick in die deutsche Vergangen-
? heit Galiziens wirft.
j 3. Aus Galiziens deutscher Vergangenheit.
^ Es gibt kaum ein Land in Europa, in dem nicht
früher oder später seit Beginn des Mittelalters deutsche
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