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Der Kolonialfreund : kritischer Führer durch die volkstümliche dt. Kolonial-Literatur / hrsg. von Emil Sembritzki unter Mitw. von E. Buchmann und Rudolf Wagner
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VI. Süösee.

Heichen, W., Bei den Kannibalen der Südsee. sUm 1770Z Altenburg. Stephan Geibel Verlag. 0,20 M.

Heft 8 der Sammlung:Helden". Das Buch bringt einen Abriß der Lebensgeschichte des englischen Weltumseglers James Cook, der 1779 auf Hawaii von Eingeborenen erschlagen wurde. Die besuchten Südsee-Jnseln werden im Verlaufe der Erzählung nicht genannt, so daß die Schilderungen schwer auseinandergehalten werden können und dem Leser keinen geo­graphischen Nutzen bringen. Über die Südseeinseln findet sich die kuriose Angabe, sie seienso groß wie Deutschland ohne Preußen". Abbildungen und Karte sind nicht beigegeben.

Chamisso, A. v., Reise um die Welt. s18151818Z Leipzig. Völker-

Hesse L Becker Verlag. 1,75 M. kundlich.

Geographisch.

Bekanntlich stammen von Chamisso die ältesten eingehenderen Schilde­rungen der Marschall-Jnseln, Karolinen und Marianeu. Der Dichter hat eine Reise mit der Romanzoffschen Entdeckungsexpedition auf der Brigg Rurik" unter Kapitän v. Kotzebue mitgemacht. Die Fahrt ging von Hamburg über Kopenhagen, Teneriffa, Brasilien, Chile, Kamtschatka,

Kalifornien, Salas y Gomez, Osterinsel, Marschallinseln, Sandwich-Inseln,

Guasan (Guam), Manila, Kap der guten Hoffnung und London nach Peters­burg. Natürlich sind die Schilderungen Chamissos nach heutigen geographischen Begriffen ziemlich verworrener Natur, aber sie haben für denjenigen, der über solche Kenntnisse der geographischen und völkerkundlichen Verhältnisse der Südsee verfügt und sich nicht verwirren läßt, einen eigenen Reiz, führen sie ihn doch in eine Zeit zurück, wo Europa drüben eigentlich nur durch ein paar Abenteurer vertreten war und die Eingeborenen noch in unberührtester Ursprünglichkeit lebten. Bilder oder Karten sind nicht beigegeben.

Gerstäcker, Fr., Der Schiffszimmer mann. sUm 1850Z Linz Jngendschrift. 1908. Lehrerhausverein für Oberösterreich. 0,85 M.

Ein schottischer Zimmermann, der von einem Walfänger desertiert, nimmt eine Polynesierin zur Frau und führt auf den Tubuai-Jnseln ein beschauliches, glückliches Dasein. Seine Vertrauensseligkeit bringt ihm ein Jahr zwangsweiser Reise aus einem anderen Walfischfängerschiffe ein, von dem er sich durch Flucht rettet. Die Südseenatur wird etwas übertrieben geschildert. Beständig rauschen die Patinen und wölbt sich über silberbe- schäumten Wogen ein sonniger Himmel. Es liegt die Gefahr vor, daß kritik­lose Leser das Eingehen einer Mischehe für ideal ansehen lernen. Die Poly-