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Der Kolonialfreund : kritischer Führer durch die volkstümliche dt. Kolonial-Literatur / hrsg. von Emil Sembritzki unter Mitw. von E. Buchmann und Rudolf Wagner
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IV. Togo (Golüküste, westfuöan).

Missions- Bohner, H., Im Lande des Fetisches. sEtwa 18721878J schüft. 2 . Auflage. Basel 1905. Basier Missionsbuchhandlung.

Missionar Bohner führt den Leser an der Hand einer fortlaufenden Erzählung in den unglaublich raffinierten Betrug der Fetischpriester auf der Goldküste ein. Er ist tief in die Geheimnisse des heidnischen Aberglaubens, der religiösen, moralischen und staatlichen Zustände der Ga-Neger einge­drungen. Der Held der Erzählung ist der Fetischpriester Owu von La bei Akkra. Es weht so etwas wie Apostelzeit durch die Lande. Aus dem Saulus wird ein Paulus, freilich erst im letzten Kapitel. Ähnlich wie an der Gold­küste in jener Zeit werden die Verhältnisse vor der deutschen Besitzergreifung wohl auch in Togo gelegen haben. Für landschaftliche Schilderung fällt wenig ab. Das Buch bildet eine etwas schwer verdauliche Lektüre. Bilder sind beigegeben.

Richter, I. W. O., Wie Togo erworben wurde. s1884J

Siehe Besprechung des Bündchens 23 derDeutschen Seebücherei" S.14.

Rottmann, W., Der Götze Odente. 1^18851887Z 3. Auflage. Basel 1907. Basler Missionsbuchhandlung. 0,10 M.

Ein Bild aus dem heidnischen Nachtleben an der Goldküste. DerGott" Odente soll von Kete Kratschi (Togo) nach Date (bei Akropong) zurückgeholt werden. Es wird ihm einKoffi" (Thron), d. h. ein Lehmkegel errichtet, unter dem ein Mensch, zu dem Zwecke getötet, vergraben liegt. Die englische Regierung von Akkra greift ein und knüpft die Mörder auf. Für die Jugend ungeeignet.

Roman. Küas, R., Vom Baum der Erkenntnis. sEtwa 1886.^ Leipzig 1911. Paul List. 3, M.

Der Leser genießt in diesem Roman vom Baum der Erkenntnis der moralischen, religiösen und wirtschaftlichen Zustände Togos in den ersten Jahren deutscher Herrschaft. Ort der Handlung ist, nach allen Merkmalen zu schließen, das heutige Anecho; denn dort saß in den achtziger Jahren der Kommissar" (Landeshauptmann) und der apostolische Präfekt der katho­lischen Mission. Dort amtierte der männliche Held des Romans, Pahlen, als Bezirksleiter, negerliebend und energisch kulturfördernd, von stillem, verschlossenem Charakter. Die Gattin Pahlens wird als erstes weißes Weib von den im Orte als Kaufleute ansässigen Europäern wie ein höheres Wesen