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Wie machen wir unsere Kolonien rentabel? : Grundzüge eines Wirtschaftsprogramms für Deutschlands afrikanischen Kolonialbesitz / von Paul Rohrbach
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Entwicklung. Die südwestafrikanisclien Landgesell­schaften und die Kameruner Konzessionen müssen uns hierfür. ein warnendes Beispiel sein.

Ostafrika.

Eür die ostafrikanische Kolonie gelten zunächst in zwei Punkten dieselben Grundsätze, die wir bereits in Kamerun und Togo, zum Teil auch in Südwest­afrika, als maßgebend gefunden haben: Entwickelung des Eisenbahnsystems und, in Verbindung damit, der Volkskultur. Daß die ostafrikanische Wirtschafts- und Verwaltungspolitik auch von denselben grund­sätzlichen Anschauungen über die Eingeborenenfrage auszugehen hat, wie sie für unsere übrigen Be­sitzungen gelten müssen, ist bereits bemerkt worden. Außerdem fallen als Faktoren von größerer Bedeutung in Ostafrika auch noch der Plantagenbetrieb und die Ansiedlung weißer Einwanderer auf den inneren Hochländern ins Gewicht.

Ostafrika hat von Anfang an sozusagen als unsere erste und vornehmste Kolonie gegolten, und bis zu dem großen südwestafrikanischen Eingeborenenauf­stande hat es auch in der populären Vorstellung von unserem Kolonialwesen und in der Literatur eine ebenso große Rolle gespielt, wie alle übrigen Kolonien zusammen genommen. Ebenso ist es sowohl für die Verwaltung als auch für die landeskundliche und wirtschaftliche Erforschung stets besser dotiert ge­wesen, als die anderen Schutzgebiete. Zu dieser be­sonderen Stellung hat nicht wenig beigetragen, daß es historisch wie geographisch dem allgemeinen Interesse mindestens der Gebildeten unvergleichlich

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