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Wie machen wir unsere Kolonien rentabel? : Grundzüge eines Wirtschaftsprogramms für Deutschlands afrikanischen Kolonialbesitz / von Paul Rohrbach
Entstehung
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wenn auch nicht so ausgedehnte und so kräftige Bestände ernährende Viehzuchtinsel, wie sie Adamaua in der Mitte zwischen den viehlosen Gebieten von Französisch-Kongo und Britisch-Nigeria darstellt. Auch der Ackerbau ist gut entwickelt, und die. Be­völkerungszahl infolgedessen hoch. Die Wohlhaben­heit und Kraft der Bevölkerung zeigt sich nament­lich auch darin, daß sie sich in früherer Zeit bei den häufigen Kriegen, die Angriffs- oder Verteidigungs­weise durchgeführt wurden, einer zahlreichen Reiterei nach Art der Fulahs und der entwickelten Sudan­völker, der Bagirmi- und Bornuleute, bediente. Die Wattepanzer bilden eine Nachahmung der dort ge­bräuchlichen Kriegsweise. Auch Kabure und Mangu, die nördlichsten Landschaften der Togokolonie, sind wirtschaftlich von ähnlichem Wert, wie Jendi, Bassari und der ganze nördliche Teil des Sokodebezirks.

Ostafrika.

Ähnlich wie in Südwestafrika und in Kamerun müssen wir auch in Ostafrika das Küstengebiet und das innere Hochland ihrem wirtschaftlichen Werte nach von einander, unterscheiden. Wie in Südwest­afrika die große Wüste und in Kamerun die Urwald­region sich als- tote oder doch wirtschaftlich minder entwickelungsfähige Zonen zwischen die Küste und das wertvollere Hinterland legen, so ist im ganzen genommen auch in Ostafrika ein starker Unterschied zwischen dem Wert der küstennahen Gebiete und dem Innern zu machen. Die Grenze zwischen diesen beiden Regionen wird im wesentlichen durch den von Norden nach Süden verlaufenden Abfall des inner-