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Wie machen wir unsere Kolonien rentabel? : Grundzüge eines Wirtschaftsprogramms für Deutschlands afrikanischen Kolonialbesitz / von Paul Rohrbach
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im Lande selbst seßhaften Persönlichkeiten, sondern bei irgend einem Direktorium in Deutschland liegt, von dem womöglich niemand das Wesen der süd­afrikanischen Farmwirtschaft kennt, werden immer Gefahr laufen, sich schlecht zu entwickeln oder direkte Mißerfolge zu erleiden. Auf einem ganz anderen Blatt steht natürlich die bergmännische Untersuchung des Landes auf das Vorkommen von nutzbaren Mineralien hin. Das Prospektieren im größeren Stil, zumal in überseeischen Gebieten, ist immer ein Risiko­geschäft, das nur von kapitalkräftiger Seite unter­nommen werden soll. Nach dieser Richtung hin sind aber für Südwestafrika die Dinge gerade in letzter Zeit so weit in Fluß gekommen, daß sich ein genaueres Eingehen vom Standpunkt der allgemeinen Darstellung der Verhältnisse aus durch die bereits in Angriff genommenen praktischen Maßnahmen seitens der in­teressierten Kreise erledigt.

Kamerun und Togo.

Südwestafrika hat bei uns eine Zeit lang im Vordergrund des Interesses gestanden. Trotzdem sind die Vorstellungen von dieser Kolonie im Durch­schnitt noch so irrig, daß eine präziser und stärker betonte Darlegung erforderlich schien. Für die Tropen­kolonien wird, obwohl unsere Truppen dort nicht Jahre lang gefochten haben, die Aufgabe vielleicht eine etwas einfachere sein. Von den Tropen herrschen bei uns zu Hause im Durchschnitt auch richtigere Vorstellungen, und für sie ist die Anknüpfung an das vorhandene populäre Wissen leichter. Einer stärkeren Korrektur bedarf die heimatliche Durchschnittsvor-