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Wie machen wir unsere Kolonien rentabel? : Grundzüge eines Wirtschaftsprogramms für Deutschlands afrikanischen Kolonialbesitz / von Paul Rohrbach
Entstehung
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Einleitung.

Koloniale Rentabilität.

Das zweite Wort in den Debatten über koloniale Angelegenheiten, das die Gegner unseres Kolonial­wesens bereit haben, ist:unsere Kolonien rentieren sich nicht! AVas heißt nun bei einer Kolonie Ren­tabilität? Die großen Kolonialstaaten zu Beginn der neueren Zeit: Venedig, Portugal, Spanien, verstanden darunter, daß der Kolonialbesitz bare Überschüsse für die Staatskasse zu liefern habe. Das war, von anderen Motiven abgesehen, das hauptsächlichste Ziel, um dessentwillen die Spanier und Portugiesen ihre Kolonialwirtschaft in Mexiko, Peru und Indien be­trieben. Auf die Erreichung dieses wirtschaftlichen Erfolges hin war ihr ursprüngliches Kolonialsystem organisiert: die Ausrüstung von kolonialen Expeditionen mit dem Zweck der Gewinnung von Edelmetall oder anderen kostbaren Waren direkt aus Staatsmitteln, das System der Beteiligung des Eiskus an dem Er­trag privater Unternehmungen, die staatlichen Handels­monopole bei bestimmten kostbaren Gütern usw. Da-