Der Aufstand in Ponape.
Es war am 17. Oktober 1910. 1 ) Der Wegebau auf der der Landschaft Dschokadsch vorgelagerten Insel gleichen Namens hatte in letzter Zeit leidliche Fortschritte gemacht. Die Arbeit wurde zeitweilig von den Eingeborenen gegen Bezahlung, zeitweilig auch als Pflichtarbeit zur Lehnsablösung verrichtet. Die Aufsicht wurde von Angestellten des Bezirksamts ausgeübt. Es waren an diesem Tage tätig: der Bureauassistent Hollborn und der Halbweiße Villazon; außerdem noch der mit dem letzten Postdampfer eingetroffene Wegebauaufseher Häfner, der Hollborn später ersetzen sollte. In letzter Zeit hatte man noch den Eingeborenen Jomatau en Jekoy als bezahlten Unteraufseher angestellt, um ihn für die Regierung zu gewinnen, da er sehr großen Einfluß auf seine Landsleute ausübte, welche ihren eigentlichen Oberhäuptling, den Uajai, seiner Jugend und Beschränktheit wegen nicht achteten. —
Die Eingeborenen waren zwar mit der Dauer der Arbeitszeit nicht recht zufrieden, ernstliche Klagen und Beschwerden waren indessen nicht erhoben worden. An dem erwähnten Tage sah sich der Aufseher Hollborn, dessen Behandlung der Eingeborenen nach dem Zeugnis des in der Nähe der Baustelle wohnenden Paters Gebhard eine durchaus sachgemäße war, genötigt, einen der Arbeiter wegen gar zu großer Faulheit zur Anzeige zu bringen, worauf dieser vom Bezirksamtmann, Regierungsrat Böder, zu zehn Stockschlägen verurteilt wurde.
: ) Nach dem ausführlichen Berichte des Kegierungsarztes Dr. GirscJiner.