Die Karolinen bilden ein Inselreich, das sich nach der Länge vom 133. bis zum 164. Grade und nach der Breite vom 11. Grade nördlich des Äquators bis fast an diesen heran erstreckt. Hierbei sind die Kapingamarangi- oder Green- wich-Inseln als zu den Karolinen zugehörig miteingerechnet, •die Marianen jedoch nicht, die auch weder geographisch noch ethnologisch und historisch zum Karolinengebiet gehören. Verwaltungspolitisch werden sie neuerdings mit diesem zusammen behandelt. Das ist aber auch mit den Marshall-Inseln der Fall, ohne daß jemand daran denken würde, diese Inseln dem Karolinengebiete hinzuzurechnen. Die Marianen finden daher im nachstehenden keine eingehendere Berücksichtigung, sondern es wird ihrer nur gelegentlich kurz Erwähnung getan.
Um sich ein richtiges Bild der Ausdehnung des großen Gebietes, welches die Karolineninseln einnehmen, zu machen, sei bemerkt, daß die Längenausdehnung so weit ist, wie die Strecke von Spanien bis zum Kaukasus. Ein so großes Gebiet läßt sich nicht einheitlich behandeln. Bodengestaltung, Klima, Flora und Fauna, schließlich die Bewohner selbst weisen große Unterschiede und zum Teil Gegensätze auf. Ebensowenig wie der Spanier im Kaukasus verstanden wird, ebenso fremd ist die Sprache des Palauers dem Ponapesen, wenngleich der Sprachforscher nicht nur die enge Verwandtschaft zwischen den einzelnen karolinischen Sprachgebieten, sondern auch deren genetische Zugehörigkeit teils zu den polynesischen, teils zu den malayischen Idiomen mühelos festzustellen vermag. Auch die Sitten und Lebensanschauungen der Karolinier sind sehr verschieden. „Wat dem einen sin Uhl is, is dem andern sin
Deeken, Die Karolinen. 1