Die Karolinen unter deutscher Verwaltung bis zum Aufstand (18. Oktober 1910).
Das von Deutschland neuerworbene Gebiet wurde dem bisher beim Gouvernement Neu - Guinea stationierten Dr. Mahl, der zum Vize-Gouverneur ernannt war, unterstellt. Derselbe nahm seinen Sitz in Ponape und richtete dort das Bezirksamt für die Ostkarolinen ein. Die Westkarolinen. wurden vom Bezirksamtmann Senft in Jap, und die Marianen vom Bezirksamtmann Fritz auf Saipan verwaltet. Von diesen drei Beamten lebt nur noch Dr. Hanl, jetzt als Gouverneur des vereinigten Neu-Guinea-Schutzgebietes (Neu- Guinea, Bismarckarchipel, Karolinen, Marianen und Marshallinseln). Hoffentlich bleibt dieser hochverdiente Mann, der sich besonders der Förderung des Deutschtums und' der weißen Ansiedlung angenommen hat, noch recht lange seinem verantwortungsreichen Posten erhalten. Die vieljährige, erfolgreiche Tätigkeit der beiden Amtmänner Fritz und Senft wurde leider durch einen frühzeitigen Tod beendet.
Der Übergang der spanischen Besitzungen in deutsche Hände brachte diesen große Veränderungen. Die bisherige Militärbesatzung, die in den letzten Jahren fast 800 Mann betragen hatte, verließ den Archipel. Statt ihrer übernahmen 48 in Makassar angeworbene Malayen, von denen 24 auf P J onape, je 12 auf Jap und Saipan stationiert wurden, den Sicherheitsdienst. Die abziehenden Spanier begriffen diese Tollkühnheit nicht. Dr. Hahl wurde in Ponape von seinem besorgten Vorgänger gewarnt und allen Ernstes aufgefordert, mit seinem Häuflein Malayen an Bord eines der spanischen Kriegsschiffe zu gehen, um mit ihm nach Manila..