Ponape.
Westwärts geht jetzt die Fahrt weiter, an den niedrigen Koralleninseln Pingelap und Mokil vorbei. Herbst 1905 hatte ein schwerer Taifun die östlichen Karolinen heimgesucht, Bananen entwurzelt, Brotfruchtbäume niedergebrochen und den Palmen die Kronen ausgedreht, so daß auf den Inseln großer Mangel an Nahrungsmitteln für die Eingeborenen eintrat. Auf Pingelap war sogar eine regelrechte Hungersnot entstanden, da aus unerklärlichem Qrunde zur selben Zeit auch die Fische ausgeblieben waren. Von den rund 1000 Einwohnern Pingelaps starben 120 Leute, die ausschließlich dem niederen Volke angehörten, aus Mangel an Nahrung, während den Mitgliedern der Häuptlingsfamilien noch genügend Lebensmittel von ihren umfangreicheren Ländereien zur Verfügung standen. Die deutsche Regierung griff, sowie ihr von der Notlage Kenntnis gekommen war, sofort ein und sandte Reis, Hartbrot und anderen Proviant hinüber. Sie wiederholte diese Sendungen, bis die Eingeborenen Erträge aus ihren neuen Bananen- und Taro-Pflanzungen haben konnten. Diese Erträge blieben indessen aus, da die Insulaner keine Neupflanzungen angelegt hatten. Sie fanden es viel bequemer, sich von der deutschen Regierung ernähren zu lassen und nicht zu arbeiten. Da doch die Proviantsendungen einmal ein Ende nehmen mußten, man anderseits die Leute auch nicht verhungern lassen konnte, denn an ein Eingreifen seitens der Häuptlingsfamilien war nicht zu denken, wurde die Hälfte der Bewohner Pingelaps nach Ponape und Truk geschafft. Dort erhielten sie Nahrung, aber auch Arbeit. Trotzdem die Leute sahen, daß sie auf ihrer Heimatinsel dem sicheren Tode entgegen-