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Die Karolinen : nach eigenen Reisebeobachtungen, älteren Monographien und den neuesten amtlichen Berichten / von Richard Deeken
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Jap.

Verwaltungspolitisch ist das ausgedehnte Gebiet der Karolinen in zwei Hälften geteilt, in die Ost- und die West­karolinen. Diese Gliederung entspricht auch den geogra­phischen und ethnologischen Verschiedenheiten. Während auf den Ostkarolinen der Hauch der polynesisch-austra- lischen Inselwelt, wenn auch hier schon mit manchen fremd­artigen Erscheinungen untermischt, uns immer noch umweht, kündigt auf den Westkarolinen die indomalayische Zone ihre Nähe an. Die Flora ist reich an Arten, die auch im malay- ischen Archipel zu Hause sind. Die Fauna weist unter an­derem eine 1% Meter lange, alligatorähnliche Eidechse, den Leguan, auf, ein auf den anderen Südseeinseln unbekanntes Tier. Die Menschen schließlich haben Gestalt, Sprache und Sitten, deren asiatischer Ursprung unverkennbar ist.

Die bedeutendste Insel, zugleich auch Sitz des Bezirks­amts für die Westkarolinen, ist Jap. Von bizarrer Form, einem Skorpion gleichend, dessen Stachel die Landspitze von Gorror ist, wird die Hauptinsel der Japgruppe mit ihren stark zerrissenen Küstenlinien durch den tiefen Einschnitt der Tomilbucht in 2 Teile geteilt, die miteinander nur durch die 838 Meter breite Landenge von Girigir verbunden sind, oder richtiger waren. Heute besteht die Verbindung nicht mehr, der erste Bezirksamtmann Japs, der leider zu früh verstorbene Regierungsrat Senft, hat sie durch einen Kanal durchstechen lassen. Hierdurch wird die Reise für Boote und kleinere Segelschiffe von vielen Punkten der Insel nach der Niederlassung der Europäer in Tomil bis zu 2 Tagen abgekürzt. Dieser Kanal ist an sich ein Unikum in den deut­schen Kolonien und hat obendrein noch den Vorzug, daß sein Bau der deutschen Regierung so gut wie nichts gekostet

Deeken. Die Karolinen. 4