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Die Karolinen : nach eigenen Reisebeobachtungen, älteren Monographien und den neuesten amtlichen Berichten / von Richard Deeken
Place and Date of Creation
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Die Koralleninseln.

Die fünf vorstehend beschriebenen Berg-Inseln bilden gleichsam das Gerüst, um das sich die karolinischen Koralleninseln in weiten, blaudurchfluteten Meereszwischen­räumen gruppieren. Sie erheben sich nur wenige Meter über der Oberfläche des sie umspülenden Ozeans, dessen mitleidslose Sturmflutwellen die Eilande oft genug schwer bedräuen, wenn sie dieselben nicht gar ganz über­schwemmen. Dann ist die Not groß, und die braunen Be­wohner drängen sich in ihrer Todesangst zusammen auf den höchsten Platz ihrer kleinen Heimat oder klettern, wenn das Wasser ihnen auch bis hierhin folgt, an den Palmen empor und binden dort Weib und Kind und auch sich selbst mit starken Stricken aus Kokosfaser fest, damit sie, von Müdig­keit erschöpft oder erstarrt durch die kalten Gewitterregen, nicht in die gurgelnden Fluten hinabstürzen. Meist bringt der nächste Tag schon die Erlösung. Das Wasser hat sich verlaufen, aber die Hütten sind fortgespült, die Taro- und Bananenpflanzungen durch das Salzwasser für lange Zeit verdorben. Dann herrscht bittere Not, bis daß die Erträge der neuen Anlagen wieder herangereift sind, was allerdings bei der segenspendenden Tropennatur zum Teil schon nach 69 Monaten der Fall ist. Braust aber zu gleicher Zeit mit der Flutwelle die wirbelnde, pfeifende Windsbraut des Taifuns über die aufgewühlten Wassertiefen einher, dann brechen selbst die letzten Hoffnungspfeiler der armseligen Inselbewohner, die Stämme der Kokospalmen, nieder. Viele werden entwurzelt und reißen die sich anklammernden Menschen mit sich in das nasse Grab, anderen werden die Kronen vom Stamme gewirbelt, und nur wenige, besonders