IV. Schluss.
Es haben an dem Plan der intensiven Nutzung des Landes in der ariden und halb ariden Zone während der letzten Jahrzehnte sehr viele tüchtige Leute, Landwirte wie Ingenieure, Praktiker wie Theoretiker, mit derartigem Erfolge gearbeitet, dass man heute doch ganz erheblich mehr von dem betreffenden Lande nutzen kann, als man noch vor dreissig Jahren oder gar vor einigen Jahrtausenden für möglich hielt, und wie man jetzt in den Kolonien annimmt. 1 )
Mir stand als erste Quelle in der Literatur, welche die in Transkaukasien übliche und für die dortige Landwirtschaft so bezeichnende Erntemethode erwähnt, nur das 5. Buch Moses zur Verfügung. Merzbacher hält, wohl mit vollem Recht, den mit Feuersteinen beschlagenen Dreschschlitten für ein Überbleibsel
f) Transkaukasien steht bezüglich Bewässerung keineswegs auf gleicher Höhe wie die ersten grossen Kulturländer des Altertums. Das Bewässerungswesen spielte in den Flusstälern des Nils, wie des Euphrats und Tigris eine erheblich bedeutsamere Rolle, als dieses jetzt in irgend einem Lande der Fall ist. In den ältesten Zeiten wurden die Verdienste eines Herrschers sehr häufig nach der Länge der von ihm angelegten Kanäle bemessen. Die betreffenden Länder des Altertums besassen aber nicht nur ein ausgedehnteres Netz von Kanälen, sondern ihre Bevölkerung war auch in Ausführung der Bewässerung wie in Gewinnung des Bewässerungswassers entschieden genialer als es die jetzige Bevölkerung Transkaukasiens ist, die bisher weder Sammelbecken (von Kutzschen- bach hat auf Mahmutly ein solches angelegt), noch Wasserhebewerke anzulegen vermochte. Würde in Transkaukasien vor 3000 Jahren in gleichem Masse und nach gleichen Prinzipien bewässert worden sein, nach denen in unserm Zeitalter in den Kolonien noch bewässert wird, so würde dieses Land keinen Anspruch darauf erheben können, bezüglich dieser Bewässerung in der Kulturgeschichte damaliger Zeit besondere Berücksichtigung zu finden.
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