einer Ansiedlung in Grusien waren verschieden: der eine riet dringend zur Umkehr, der andere war für Weiterziehen. Dieser drang mit seiner Ansicht durch. Erwähnung fanden anscheinend nur rein wirtschaftliche Angelegenheiten, dass für Fortsetzung der Reise chiliastische Erwartungen eine Rolle spielten, wird nicht erwähnt.
Im November 1818 hatten die Letzten das Gebirge überschritten. Dank ihrer zähen Ausdauer und der fürsorgenden Unterstützung der Regierung hatten sie in ca. 1I/4 Jahren das ersehnte Land erreicht. Viele hatten die Reise nicht überstanden und manche hatte wohl nur die Hoffnung auf eine gesegnete Zukunft, auf „das Land, da Milch und Honig fliesst" aufrecht erhalten. Was mögen die erschöpften Leute da empfunden haben, als ihnen gesagt wurde, sie könnten sich nun den Ort für eine neue Heimat suchen. So weit das Auge reichte, war öde Steppe. Nur an den Flussläufen gab es einige Bäume. Das zukünftige Ackerland war mit Dornen bewachsen und vielfach mit Steinen und Felsblöcken bedeckt. Sie selbst waren ohne Ackergerät, ohne Saatkorn, ohne Geld, ohne Kenntnisse des Klimas, der Landessprachen und der zu wählenden Wirtschaftsmethode. Sie hatten auch keine Wohnung und keine Nahrung.
Bis zum Eintritt des Winters hatten sich die einzelnen Kolonnen ihr Land ausgesucht, falls ihnen solches nicht gleich angewiesen 0 ) war.
3. Gründung der Kolonien und ihre örtliche Lage.
Gegen Ostern 1818 erreichten die ersten Kolonisten ihre neue, ihnen von der Regierung angewiesene Heimat, es war die im Herbst 1816 aus Schwaikheim ausgewanderte Kolonne.
Nach der Lage der Kolonien können wir drei Gruppen unterscheiden. Erstens solche in der Steppe, in einer Höhenlage von 400—750 m ü. d. M., in ihnen, mit Ausnahme der westlichsten Steppenkolonie, wächst keine der bisher dort angebauten Kulturpflanzen ohne Bewässerung. In ihnen hat sich bisher nur minderwertiges Landvieh gehalten, und die Einnahmen sind fast ausschliesslich durch die Weinkultur bedingt. Das Klima in der
6 ) Die Kolonisten wurden nicht nur in Grusien, sondern auch im östlichen Transkaukasien nach Ermessen der Oberverwaltung angesiedelt.
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