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Die deutschen Kolonien in Transkaukasien / von Paul Hoffmann
Entstehung
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erlässliche Bedingung für gute Erträge wäre starke Düngung und häufige Kulturarbeiten.

Als Gartengewächs wird in den Kolonien die Luzerne be­handelt. 31 ) Vohrer bebaut in Sarkjar grössere Flächen mit dieser ausgezeichneten Futterpflanze, hat befriedigende, jedoch noch nicht derartig hohe Erträge, wie ich wohl erwartet hätte. 32 )

3. Ackerbau, Viehzucht, Baumanpflanzungen und

Landpreise.

Es ist darauf hinzuwirken, dass Futterpflanzen in Transkau- kasien feldmässig angebaut werden, einmal würde ein rationeller Futterbau zur Schonung der Wälder beitragen, er würde die völlig darniederliegende Viehzucht heben, und dann würde sich durch ihn mit der Zeit die Notwendigkeit einer wechselnden Fruchtfolge von selbst ergeben.

Der Ackerbau liegt in Transkaukasien vollständig im Argen. Der ausgedehnte Grossgrundbesitz ist fast ausschliesslich in der Hand von Angehörigen der Völker und des höheren grusinischen Adels, welche äusserst extensiv wirtschaften, zum grossen Teil stark verschuldet sind und voraussichtlich sobald keine gründ­lichen Änderungen in ihren Wirtschaftsmethoden vornehmen werden. Die bäuerlichen Besitzer fanden bisher keine Anregung von seiten der Grossgrundbesitzer, sie fanden sie auch nicht seitens Korporationen, seitens Fachliteratur oder seitens Ein­wanderer. Selbst der württembergische Bauer konnte früher für

31 ) Seit einigen Jahren bringt man seitens der Regierung in Transkaukasien dem Anbau des Teestrauches grösseres Interesse entgegen. Früher wurde die Kultivierung des Teestrauches allein von der Firma Possow im Bezirk Batum betrieben, von 1895 ab nimmt sich auch das Mi­nisterium der Staatsdomänen der Verbreitung dieser Kultur an. Es wurden Samen, Sträucher wie auch Lehrer aus China bezogen. Schon im ersten Jahr erzielte man befriedigende Resultate. Alle asiatischen Teesorten wurden Anbauversuchen unterworfen. Am meisten befriedigte der indische Tee. 1899 dienten in den Bezirken Batum und Suchum 300 Dess. der Kultur des Teestrauches. In den Bezirken Batum, Suchum, Osurgeti und einigen andern sollen 25 000 Dess. geeignetes Land für die Kultur de|s Teestrauches vorhanden sein. Russland importierte im Jahre 1899 1600000 Pud Tee im Werte von 40 Millionen Rubel. (Bericht des Fürsten Massalsky in der russischen geographischen Ge­sellschaft, 22. Dezember 1899, im Globus 1900, S. 168.)

32 ) Es werden drei Schnitt mit insgesamt ca. 130150 Pud Heu pro Dess. geerntet. Ein Pud Luzerneheu wird zu 2050 Kopeken verkauft.