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Deutsch-Neuguinea / von Ernst Tappenbeck
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sesshaft bleiben würde, während der weitaus grössere sich auf Kosten des Landes bereichern und dann mit den gesammelten Schätzen nach China ziehen würde. Dass auch bei diesem Geschäft etwas für die deutsche Verwaltung übrig bleiben würde, sei keinen Augenblick geleugnet, es ist das aber nicht der eigentliche Zweck. Auch noch anderswo in Asien giebt es zu dicht bevölkerte Landstriche, deren Bewohner sich nach Ansicht von Kennern für den gedachten Zweck vorzüglich eignen und trotzdem nicht die Gefahren der Chinesen mit sich bringen. Der dortigen Auswanderung entgegenstehende Gesetze lassen sich wohl auf diplomatischem Wege ausser Kraft setzen oder auch durch vorhandene Hinterthüren umgehen. Ueber dasWie" wünsche ich aus leicht begreiflichen Gründen mich einst­weilen noch nicht zu äussern.

Ratschläge für solche, die nach Neu Guinea reisen.

Der Deutsche hat im allgemeinen recht wenig Talent zum Reisen; fährt jemand von Berlin nach Königsberg oder sonst wohin, so macht er Umstände, als ginge die Reise nach einem andern Planeten. Diese Neigung zur Umständlichkeit steigert sich natur- gemäss mit der Entfernung-, und enthält das Programm gar eine Fahrt über das grosse Wasser, so heisst es schon wochenlang vorher alle möglichen überflüssigen Effekten anschaffen und unnötig das Geld ausgeben, das man später inbar" besser gebrauchen kann.

Nachdem ich die Reise nach der deutschen Südsee dreimal hin und ebenso oft zurück gemacht habe, glaube ich mir Urteile erlauben zu dürfen, und so will ich hier für solche, die vor ihrer ersten Reise stehen, einige Winke geben, für die mir der eine oder andere Leser vielleicht dankbar ist.

Zum Reisen gehört vor allen Dingen Geld, Geld und nochmals Geld; hat man davon reichlich, so kann man sich eine Reise nach Neu Guinea wohl zu der angenehmsten Seefahrt überhaupt machen, keine andere Tour läuft nämlich eine Reihe so interessanter Punkte an, wie die Ostasiatische Linie, von der sich ja die Neu Guinea- Linie nur abzweigt. In den meisten Fällen wird man das Budget viel zu niedrig bemessen, was sich im späteren Verlaufe der Reise störend bemerkbar macht. Die wenigsten Leute, die nach Neu Guinea gehen, werden auf eigene Kosten reisen, fast alle gehen als Beamte für das Gouvernement oder eine der dortigen Firmen

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