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Deutsch-Neuguinea / von Ernst Tappenbeck
Entstehung
Seite
20
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Klima und Gesundheitsverhältnisse.

Für die wirtschaftliche Erschliessung und Bearbeitung- eines Landes namentlich der Tropen ist die Kenntnis der klimatischen Verhältnisse ein sehr wichtiger Faktor.

Für den Plantagenbau ist es durchaus nötig zu wissen, wann die Regenzeit anfängt, wann sie ihren höchsten Stand hat und wann Trockenzeit eintritt, denn erstere ist die Zeit der Aussaat und des Wachstums, letztere die der Ruhe und Ernte.

Für den Verkehr auf dem Wasser soweit er nicht mit Dampfern betrieben wird ist es eine Frage höchster Zeitersparnis unter Umständen auch noch mehr zu wisssen, wann man vor dem Winde segeln oder gegen diesen ankreuzen muss. Auch dem Dampferverkehr ist diese Kenntnis von Vorteil, denn es giebt eine ganze Anzahl von Plätzen, die in der Zeit des Monsuns vorzüglich, gegen den Passat dagegen völlig offen sind oder umgekehrt.

Schon aus diesen wenigen Zeilen lässt sich ersehen, dass die AVitterungsverhältnisse eines noch unbekannten Landes ein Forschungs­gebiet nicht nur für den wissenschaftlichen Klimatologen sind, sondern auch für den Praktiker.

Wer z. B. die Niederschlags-Verhältnisse von Neu Guinea kennt, Avird nicht mehr auf den Gedanken kommen, die verschiedenen Grasflächen daselbst durch die Zucht von Angoraziegen und Woll­schafen auszunützen, und wer die Windverhältnisse kennt, wird nicht mehr auf den Gedanken kommen, im Juni von Stephansort, nach Finschhafen im Segelboot fahren zu wollen! Namen thun nichts zur Sache!

Hatten die Händler, welche vor der deutschen Besitzergreifung im Archipel ansässig waren, wenig Interesse an derartigen Fest­stellungen die grosse Fahrt nach Australien war genügend bekannt so wurde mit der Inangriffnahme der deutschen Kolonial­arbeit an massgebender Stelle sehr viel Wert darauf gelegt, aber dank des geringen Verständnisses der ausführenden Leute sind die ganzen Beobachtungen bis 1893 ein Trauerspiel, und ob die seither verflossene Zeit so ganz einwandsfrei ist, weiss auch nur der liebe Gott und die betreffenden Beamten.

Man sah die von oben herab dekretierten meteorologischen Beobachtungen als eine höchst überflüssige und oft lästige Marotte von Büchergelehrten an und hielt es für völlig genügend, wenn man in beliebigen, durch Langeweile oder amtliche Mouita bestimmten Zeitabschnitten die Tabellen nach dem Gedächtnis zusammenschrieb.

Ein Herr von altem Hause ging sogar noch weiter und niasste sich an wenn er gerade garnichts Besseres zu thun hatte der Weltregierung schon im voraus die Dispositionen für die