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Deutsch-Neuguinea / von Ernst Tappenbeck
Entstehung
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So wie die Leute auf den Plantagen in Kaiser Wilhelms Land gehalten wurden, ist es kein Wunder, dass sie den Meisten als böswillige, unzugängliche, mürrische Gesellen erscheinen.

Dazu kommt, dass die Leute sich ungemein gehen lassen, sobald sie sich körperlich nicht wohl belinden; sie werden am Körper wie in ihrer Umgebung dann recht unsauber und widerlich, das sonst tiefe Schwarz der Haut bekommt ein aschgraues Aussehen. Mancher Europäer lässt sich durch die äussere Gestalt beeinflussen

die einen nach der guten, die anderen nach der schlechten Seite

und auch ich muss bekennen, dass mir von allen meinen Arbeitern

bis auf wenigen Ausnahmen nur die Salomons-Insulaner direkt unsympatisch waren. Wo es sich jedoch darum handelt, ein Urteil auszusprechen, ziehe ich meine eigenen Ansichten gern zurück vor dem Gutachten erfahrener Leute, die Gelegenheit hatten, mir freien, ungeknechteten Salomos-Insulanern zu verkehren. Ich thue das umso lieber, als ich in den wenigen Fällen, wo ich Salomons- Insulaner ganz für mich allein hatte, und nach meinen eigenen Anschauungen mit ihnen verkehren konnte, schon stark nach der anderen Seite gezogen würde.

Etwas zuviel glaube ich verlangt man von den Leuten, wenn man von ihnen auch noch Treue und Anhänglichkeit erwartet, denn wenn auch der einzelne hier und dort mal als wirklicher Mensch behandelt würde, so ist das eigentlich nur in der Ordnung, in der Gesamtheit aber haben die Leute von dem Europäer wohl kaum jemals etwas Gutes erhalten und das persönliche Wohlwollen einzelner geht in der Heimat naturgemäss in dem starken Übel­vollen der Gesamtheit verloren.

Findet man bei einer niedrigstehendeu. geknechteten Race überhaupt eine selbstlose Treue und Anhänglichkeit? Wohl selten! Und das ist eine der Lichtseiten in dem Leben der Natur­völker, dass sie. weniger Hundenatur zeigen, als der hochkultivierte, durchgebildete, diplomatisch denkende Europäer.

Das materielle Leben der Salomons-Insulaner.

Im allgemeinen verwendet der Salomons-Insulaner auf seine Wohnstätten mehr Sorgfalt, als die übrigen Südseebewohner. Bald sind es 10 Fuss über dem Erdboden stehende Pfahlbauten, bald stehen sie zur ebener Erde,

Der Typus ähnelt sehr den Häusern von Kaiser Wilhelms