Druckschrift 
Deutsch-Neuguinea / von Ernst Tappenbeck
Entstehung
Seite
12
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Eodengestalt und Gliederung*.

Es wird wenige Tropenländer geben, die sich dem aussen- stehenden Beschauer so anmutig und vorteilhaft präsentieren, wie unsere Südseekolonie Neu Guinea. Die Küste ist, wie schon ein Blick auf die Karte zeigt, ausserordentlich zerrissen, und eine fast ununterbrochene Kette kleiner und kleinster Inselchen zieht sich in bald dichtem, bald weitem Abstände längs der Küste von Kaiser Wilhelms Land hin. Sind die meisten der Inseln ausser durch die Grössenverhältnisse wenig von einander unterschieden es sind niedere, dicht bewaldete Korallenformationen so fesseln als Ausnahmen davon eine ganze Keihe von Vulkankegeln das Auge. Diese in der Reihenfolge von N. W. nach S. 0. die Inseln Deblois, Jacquinot, Garnot, Lesson, Blosseville, Vulkan-Insel und Dampier-Insel sind wohl als Glieder der auch über den indischen Archipel sich hinziehenden Vulkankette anzusehen und haben in den gleichfalls völlig vulkanischen grösseren Inseln Long- Insel, Lottin-Insel und Rook-Insel wieder eine Verbindung nach dem Bismarck-Archipel. Während bis Mitte der neunziger Jahre der Krater von Vulkan-Insel am regsten war und fast ununterbrochen Lava auswarf, scheint zu diesem Zeitpunkte eine Änderung vor­gegangen zu sein. Der Dampier-Vulkan, den man für ganz erloschen hielt, fing einige Zeit an zu rauchen und sich durch unterirdisches Rumoren unliebsam bemerkbar zu machen, die zuerst genannten, auch anscheinend erloschenen, fünf kleineren Kegel zeigen seitdem häufig Rauch und Feuerschein, und der Vulkan-Krater ist dafür ruhiger ge­worden und zeigt oft lange Zeit keinerlei Symptome innerer Thätigkeit.

In einem Gebiete, wo für die Erforschung bisher so sehr wenig geschehen ist, hat man auch diese vulkanischen Inseln noch nicht näher untersucht, die darin eine grosse Schwierigkeit bieten, dass sie von einem breiten Gürtel von Korallenriffen umgeben sind, und somit die Annäherung von Seefahrzeugen nicht ganz leicht ist.

Auch die Festlandsküste ist fast über ihre ganze Länge male­risch und schön aufgebaut. Gering an Ausdehnung sind die Flach* küsten; nur die Mündungsgebiete der grösseren Flüsse weisen solche auf.

Die Randgebirge treten bald unmittelbar an die See heran, bald lassen sie einen schmalen Streifen flachen Landes oder niederer Hügelreihen, welch letztere meist mit langem Lalanggrase bestanden sind.

Sowohl das Flachland als auch die Vorberge und Hügel sind Korallenformationen, wie ja auch längs der ganzen Küste mit nur wenigen Lücken noch unverwitterte oder lebende Koralle anzu­treffen ist.