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ohne Erfolg aus Gründen, die mit seiner Verpflegung meist zusammenhängen.
Wenn auch den Leistungen des Elefanten der Nachteil gegenübersteht, dass sich nach den in Indien gemachten Erfahrungen die Tiere in der Gefangenschaft nicht fortpflanzen, so könnten die Zähmungsversuche in Afrika verdienstlich wirken. Der Elefant würde auf Expeditionen manchen wichtigen Dienst verrichten können.
Das Kamel.
Was der Ochse für das südliche Afrika, ist das einhöckerige Kamel für die ausgedehnte afrikanische Sahara, deren weite Sandflächen ohne dieses ausgezeichnete Lasttier für Handel und Verkehr in grösserem Massstahe einfach unzugänglich gewesen wären. Wir wollen daher zunächst die Verkehrsverhältnisse dieser Gebiete ausführlicher betrachten, ehe wir uns die Bedeutung des Kamels auch für unsere Kolonien vergegenwärtigen.
Auffallenderweise erscheint das Kamel verhältnismässig spät auf afrikanischem Boden. Erst im vierten vorchristlichen Jahrtausend wurde es in Aeg} T pten eingebürgert und wahrscheinlich auch als Lasttier benutzt. Von hier aus gelangte das Kamel im frühen Anfang des Mittelalters in die übrigen Länder Nordafrikas, und es ist anzunehmen, dass diese Verbreitung durch die Araber vorgenommen wurde 1 ). Von Norden aus vollzog sich dann die Einführung in die Länder der Sahara und die nördlichen Teile des Sudan.
Heute treffen wir das Kamel in dem ganzen nordafrikanischen Teile, von der Küste des Mittelmeeres bis nach den Aequatorial- provinzen. Wir wollen nun sein Vorkommen etwas genauer ins Auge fassen und dabei im Norden mit den Atlasländern beginnen 2 ).
1) Chavanne, Die Sahara S. 21 und Barth, .Reisen und Entdeckungen in Nord- und Zentralafrika, Bd. I, S. 25.
2) Die folgenden Ausführungen über die geogr. Verbreitung des Kamels sind dargestellt nach den AVerken von' Barth, Nachtigal, Lenz, Chavanne; ferner nach 0. Lehmann, Das Kamel und seine geogr. Verbreitung in der Zeitschrift für wissenschaftl. Geographie Bd. VIII, Heft 3 bis 4, S. 93 und nach der Produkten- und Verkehrskarte Afrikas Von Dr. E. Friedrich.