III. Kapitel,
Allgemeines über die Zucht der Transporttiere in unseren
Kolonien.
Was nun die Transporttiere an sich angeht, so ist natürlich der Mensch bei ihrer "Wahl zu allermeist auf seine „Genossen und Gefolgsleute", die Haustiere, angewiesen. "Werfen wir daher einen allgemeinen Blick auf den Stand der Viehzucht, soweit sie für die Beschaffung von Zug-, Last- und Reittieren in Frage kommt, so bietet sich uns in Deutsch-Ostafrika und Südwestafrika im grossen und ganzen ein günstiges Bild dar, trotz der teilweise noch unvollkommenen Art, in welcher sie betrieben wird. Ausser den bereits angedeuteten Massnahmen, welche die Regierung zur Bekämpfung der unheilvollen Seuchen getroffen hat, hat sie auch sonst viel zur Hebung der Viehzucht beigetragen. So besitzen die Militärstationen eigene Herden, und mit der Einführung auswärtiger, in unseren Schutzgebieten nicht einheimischer Transporttiere werden seit einiger Zeit Versuche angestellt. Ein endgültiges Urteil lassen sie jedoch noch nicht zu. Erwähnenswert sind sodann die Viehzählungen, welche von den Gouvernements zur Feststellung des gesamten Bestandes ausgeführt worden sind. Im Jahre 1904/05 wurden gezählt in Deutsch-Ostafrika ! ):
Rindvieh 523 052 Stück
Esel 8 777 „
Maultiere 79 „
Pferde 73 „
Kamele 24 „
1) Jahresbericht 1904,05, S. 75.